«Seerose» kommt nun doch nach Vitznau

ZENTRALSCHWEIZ ⋅ Die schwimmende Konzertplattform muss Ende Oktober Flüelen verlassen. Nach langem Hin und Her haben die Verantwortlichen eine Lösung in Aussicht. Ein gewichtiges Wort redet der Kanton Luzern mit.
15. Juli 2017, 00:00

Christian Hodel

christian.hodel@luzernerzeitung.ch

Aufatmen bei Fabio Küttel. Der Geschäftsführer des Vereins MuTh Vitznau, der die schwimmende Plattform Seerose besitzt, ist erleichtert. «Die angespannte Situation hat sich verbessert», sagt er auf Anfrage. «Es zeichnet sich eine Lösung ab.»

Die Seerose, die anlässlich des Gästivals 2015 in der Zentralschweiz als Bühne diente, kommt wieder nach Vitznau. «Für die Wintermonate 2017/18 wurde ein Platz im Ort gefunden.» Als Zwischenlösung könne das alte Strandbad genutzt werden, so Küttel. «Mit der Korporation Vitznau wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen.» Da das Gebiet in einer Gefahrenzone liegt, sind Veranstaltungen an diesem Standort untersagt. Die Seerose werde deshalb nicht mittels Stegen erschlossen und sei somit nicht öffentlich begehbar.

Ob die Zwischennutzung zu Stande kommt, hat noch der Kanton zu entscheiden. Ein entsprechendes Gesuch wurde laut Küttel bei der Dienststelle Raum und Wirtschaft (Rawi) eingereicht.

Neuer Standort: Testbetrieb im September geplant

Der Umzug der Seerose ist nötig, weil die Plattform ihren bisherigen Standort in Flüelen verlassen muss. Ende Oktober läuft die befristete Bewilligung aus – der Standort bei der Firma Arnold und Co. AG wird anderweitig benötigt. Dass die markante Stahlkonstruktion derzeit überhaupt im Kanton Uri ankert, war nicht so vorgesehen. Eigentlich sollte die Seerose nach dem Ende des Gästivals als öffentliche Konzertplattform in Vitznau zur Verfügung stehen. Aufgrund von Einsprachen kam es jedoch nicht dazu. Küttel sagt: «Der Standort beim Bootshafen wurde zum unüberbrückbaren Hindernis.» Trotz «guter Gespräche» mit dem einsprechenden Anwohner und trotz Ankerbewilligung bis Ende 2018 konnte kein Kompromiss gefunden werden.

«Umso mehr freut es uns, dass die Seerose nun doch noch nach Vitznau kommt.» Zuerst als Zwischenlösung, und wenn alles klappt, wie es sich Küttel vorstellt, gar für immer. Der Verein habe nämlich eine Standortevaluation in Auftrag gegeben. «Diese ergab, dass für eine längerfristige Nutzung vor allem der Standort Brougierpark eine prüfenswerte Variante ist», sagt Küttel. Dieser befindet sich ausserhalb des Dorfs Richtung Weggis. Zusammen mit einer Anpassung des Zonenplans könnte hier ein Betrieb möglich sein. Bedingung für diese Anpassung seien jedoch diverse Gutachten und Abklä­rungen, wie beispielsweise die Verkehrsplanung oder Lärmgutachten. «Um die nötigen Messungen machen zu können und auch, um im Jahr 2017 ein Festival durchführen zu können, hat der Verein MuTh bei der Dienststelle Raum und Wirtschaft ein weiteres Gesuch für einen Testbetrieb deponiert», sagt Küttel.

Wird dieses genehmigt, sollen bereits vom 1. September bis zum 1. Oktober 2017 rund ein Dutzend Veranstaltungen auf der Seerose beim Brougierpark stattfinden – quasi als Testbetrieb. Dabei handle es sich um Auftritte von Jugendformationen im Bereich Pop, Rock oder Volksmusik. Geplant seien beispielsweise Konzerte von den BML Talents oder dem Schweizer Jugendchor. «Über die genauen Daten und die detaillierte Organisation werden die Anwohner frühzeitig informiert.»

Musik-Campus öffnet seine Türen

Solche Veranstaltungen, wie nun geplant, sind laut Küttel wertvoll für den sogenannten MuTh- Campus – das ist so etwas wie ein schweizerisches Kompetenzzentrum für Gesang, Blasmusik, Musikpädagogik und Nachwuchsförderung. Der Campus im Gebäude des einstigen Hotels Schiff wird am 15. August eröffnet. Direkt am See gelegen, mit 60 Schlafplätzen, Kantine, Register- und Gesamtproberäumen können hier Musikformationen Probelager und -wochenenden durchführen. Die Hauptzielgruppe sind laut Fabio Küttel Jugendformationen.

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie unter: www.muth.ch


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