Sie ist die beste Malerin der Region – dank ihres Hundes

ALIKON ⋅ Das Malergeschäft Huwiler AG aus Hünenberg ist in Feierlaune: Drei Lernende haben beim Zentralschweizer Lehrlingswettbewerb hervorragend abgeschnitten. Siegerin ist die Freiämterin Michelle Ineichen.
12. April 2018, 00:00

Sie ist das Nesthäkchen einer Künstlerfamilie aus Alikon, sie tanzt, klettert, zeichnet, malt und tollt gerne mit ihrem Hund Skim herum. Ihm hat Michelle Ineichen aus Alikon auch ihr Siegerwerk für den Zentralschweizer Lehrlingswettbewerb der Malerinnen und Maler gewidmet. Gefordert war die künstlerische Ausgestaltung eines hölzernen Hockers.

Auf marmoriertem blauem, orangefarbenem und gelbem Hintergrund trägt Michelle Ineichens Hocker an den Seiten das stilisierte Teilporträt des Hundes Skim, umrahmt von einem Blumenornament. «Mein Hund bedeutet mir sehr viel. Er war ein super Motiv», stellt die junge Frau fest. 70 Stunden hat sie an ihrem Wettbewerbsstück gearbeitet. «Ich habe mir schon lange vorher über die Gestaltung Gedanken gemacht», erzählt die angehende Malerin. «Ich habe verschiedene Skizzen erstellt. Klar war für mich von Anfang an, dass Skim irgendwie ins Projekt integriert werden soll.» Ihr Werk weist verschiedene Marmortechniken im Art-déco-Stil auf. Der Aufbau benötigte mehrere Arbeitsschritte. Vor allem mussten verschiedene Bereiche sorgfältig abgedeckt werden, bevor die Künstlerin den nächsten Arbeitsschritt ausführen konnte. «Die Farben wollte ich kräftig und harmonisch abgestimmt haben. Dann habe ich Linien vergoldet und auch den Zwischenbalken mit Doppeldukatengold überzogen. Am Schluss wurde das Ganze lackiert.»

Ihr Lehrbetrieb, die Huwiler AG in Hünenberg, hat ihren drei Lehrlingen vier Tage freigegeben für die Arbeit am Hocker. Neben Michelle Ineichen sind das Lara Reichmuth aus Hünenberg und Joshua Rocchinotti aus Auw. Sie erreichten den vierten und fünften Rang beim Wettbewerb. Insgesamt hatten 70 Lernende aus den Kantonen Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden mitgewirkt.

Maler- und Künstlervirus in der Familie

Sie sei mega happy gewesen, als bei der Preisverleihung in Ebikon ihr Name für den ersten Rang aufgerufen worden sei. «Ich dachte, ich bin schon glücklich, wenn ich unter den ersten zehn platziert bin. Die Freude über den Sieg war riesig», erzählt Ineichen.

«Wie es scheint, haben wir den Maler- und Künstlervirus in unserer Familie», ergänzt sie lachend. «Zwei meiner drei Geschwister haben ebenfalls die Malerlehre absolviert.» Sogar ihr Vater, der Illusions- und Kunstmaler Andy Ineichen, ist gelernter Maler. «Er sagt immer, die Malerlehre sei wie eine Grundausbildung, die sehr nützlich sei für das künstlerische Schaffen.» Michelle Ineichens Mutter ist ausserdem leidenschaftliche Töpferin und gibt ihr Können im Rahmen von Kursen weiter. Ihr Vater unterstützte die Wettbewerbsteilnehmer als Coach. «Das war schon eine Herausforderung. Cool, einen Künstlerpapi zu haben, aber nicht immer einfach», gesteht seine jüngste Tochter augenzwinkernd.

Ihr Talent sei ihren Eltern in die Wiege gelegt worden, so Michelle Ineichen. «Vielleicht haben wir Kinder auch ein wenig davon abbekommen. Oder wir sind einfach gerne künstlerisch tätig, weil wir in einer farbigen und sehr kreativen Welt aufgewachsen sind und nichts anderes kennen. Es ist sehr schön, so aufzuwachsen, und ich möchte auf jeden Fall Kreativität, in welcher Art und Form auch immer, in meiner Zukunft fördern.»

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Siegerin des Zentralschweizer Lehrlingswettbewerb der Maler


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