SRF wegen Fall Malters gerügt

07. Dezember 2017, 00:00

Luzern Im Rahmen der Berichterstattung vor der Gerichtsverhandlung zum Fall Malters haben das Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie die beiden Beschuldigten der Luzerner Polizei eine Sendung von «Schweiz aktuell» vom 12. Juni 2017 beanstandet. Es ging um die Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots. Der SRG-Ombudsmann Roger Blum hat der Beanstandung im zentralen Punkt Recht gegeben.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Schlussbericht hält Blum fest: Das Ausblenden entlastender Argumente aus den Einvernahmeprotokollen habe dem Beitrag einen Dreh zu Gunsten einer einzelnen, belastenden Aussage gegeben. Diesen Dreh hätten weitere Statements nicht wettmachen können. «In dieser Beziehung war der Beitrag meines Erachtens nicht sachgerecht, sondern ging in Richtung Thesenjournalismus, der durch Radio und Fernsehen SRF eigentlich strikt abgelehnt wird», schreibt Blum. Weiter rügt er, die Redaktion hätte gegenüber dem Anwalt der Klägerpartei kritischer sein müssen. (red)


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