Strom für bis zu 6000 Haushalte

SEETAL ⋅ Auf dem Lindenberg sollen bis zu zehn Windräder entstehen. Dazu wurde nun eine Aktiengesellschaft gegründet. Diese sucht das Gespräch mit der Bevölkerung.
16. Juni 2017, 00:00

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Die Windenergie erhielt mit der Annahme der Energiestrategie 2050 am 21. Mai Rückenwind. Das Ja soll nun auch dem geplanten Windpark auf dem Lindenberg im Seetal Aufschub verleihen. Die drei Firmen AEW Energie AG, die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und die Genfer Stadtwerke (SIG) haben beschlossen, die Windpark Lindenberg AG zu gründen. Dies teilen die Unternehmen in einem Schreiben mit.

Die neue Gesellschaft hat demnach den Auftrag, «die Machbarkeit eines Projekts unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Detail zu untersuchen und die erforderlichen Bewilligungsschritte einzuleiten». Die AEW Energie AG wird 55 Prozent der Aktien besitzen, die CKW 25 und die SIG 20 Prozent.

Gespräche mit Windparkgegnern

Die Windpark Lindenberg AG soll nun den Kontakt mit der Bevölkerung suchen. Dies, damit deren Meinung in das Projekt miteinfliessen kann. «Wir wollen schauen, wo der Schuh drückt», erklärt Louis Lutz, Leiter erneuerbare Energien bei der AEW Energie AG. Dazu soll auch mit Gegnern des Windparks sowie der «IG gegen Windpark Lindenberg-Hitzkirch» diskutiert werden. Die Rückmeldungen werden in einem nächsten Schritt gesammelt und voraussichtlich im Herbst dieses Jahres an einer öffentlichen Veranstaltung der Bevölkerung präsentiert.

Die Verantwortlichen wollen damit die Anliegen der Bevölkerung gegenüber dem Projekt ernst nehmen. Das Mitwirkungsverfahren soll Grundlage für «einen ausgewogenen Dialog schaffen, der am Ende auf allen Seiten einen informierten Entscheid zulässt», heisst es in der Medienmitteilung.

Der Windpark auf dem Lindenberg hat Potenzial für zehn Anlagen. Louis Lutz sagt, dass vorerst allerdings erst vier bis fünf Anlagen geplant seien. Dies, damit die Planung und die Bewilligungsfähigkeit nicht zu komplex werden. Zudem wolle man, dass sich die Bevölkerung langsam an die Windräder gewöhne.

«Die Mehrheit der Anlagen soll auf Landwirtschaftsflächen auf der Aargauer Seite des Lindenbergs im Gemeindegebiet von Beinwil im Freiamt stehen», führt Louis Lutz aus. Der Standort sei aus technischer Sicht der beste. Zu einem späteren Zeitpunkt sind weitere Standorte in Hitzkirch und Hohenrain möglich.

Die Planungsphase kostet laut Lutz 2 bis 3 Millionen Franken. «Die Mittel für die Planungsphase sind gesprochen und bewilligt», erklärt er. Die drei Inhaber AEW Energie AG, CKW und SIG kommen dafür auf. Eine Windkraftanlage zu realisieren, koste dann durchschnittlich 7 Millionen Franken. Bei vier Anlagen ergibt das 28 Millionen Franken. Dies werde, wenn es so weit ist, mittels Eigen- und Fremdkapital finanziert.

Bewilligung im Idealfall in zwei Jahren

Wie lange es dauert, bis Windräder auf dem Lindenberg stehen, sei schwierig zu sagen, sagt Louis Lutz. «Von heute an könnten wir die Bewilligung in zwei bis drei Jahren erhalten – aber nur, wenn alles ideal und ohne Verzögerungen läuft. Wir stellen uns aber darauf ein, dass es Einsprachen gibt und diese weitergezogen werden.» Wenn die Bewilligung dereinst vorliegen sollte, dauert der Bau gemäss Lutz weitere neun Monate. Künftig soll eine Anlage bis zu 1200 Haushalte mit Strom beliefern. Bei vier Anlagen könnten 6000 Haushalte vom Strom profitieren.

«Wir könnten die Bewilligung in zwei bis drei Jahren erhalten.»

Louis Lutz

AEW Energie AG


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