Tolle Party unter freiem Himmel

ZOFINGEN ⋅ Der Donnerstag gehört auf dem Heitere schon seit Jahren den Freunden des Volksschlagers. Bei der 18. Austragung waren auf der Bühne auch Zentralschweizer im Hoch.
11. August 2017, 00:00

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Die tolle Stimmung beim Volksschlager geben viele Besucher als Hauptgrund für ihren Besuch am Heitere-Donnerstag an. Ausgerüstet mit gutem Schuhwerk und wetterfester Kleidung, haben 8000 bestens gelaunte Schlagerfans den Weg nach Zofingen auf sich genommen. Gefeiert wird lange vor dem ersten Ton vor dem Gelände.

Eine Handvoll Männer aus der Nachbargemeinde Brittnau steht um eine kleine rollende Bar mit orangefarbenem Schirm. Ob dieser vor dem Regen oder der Sonne schützen soll, ist ungewiss. Die Männer, zwischen 30 und 40 Jahre alt, sind erfahrene Heitere-Besucher. «Wir haben uns nach zehn Jahren wieder einmal fürs Zelten entschieden», sagt Patrick Frei. Seine Frau Sandra ist beim Volksschlager dabei, danach überlässt sie Patrick und seine Kollegen dem Schicksal. «Aber nur bis Sonntag, dann muss er mich zu Hause ablösen, weil ich dann feiere. Zudem muss jemand am Montag einen klaren Kopf haben, weil eines unserer Kinder eingeschult wird.»

Bei «Rosmarie» gab es Tränen der Rührung

Stichwort «klar»: Entgegen den Prognosen klart der Himmel auf. Moderator Sascha Ruefer, der traditionell durch den Abend führt und selber gerne einen zum Besten gibt, spricht zum Publikum: «Heitere, wie heiter’s? Ihr könnt euch freuen, gemäss meinen Kollegen von der Meteo-Redaktion gibt’s keinen Regen mehr heute.» Diese Aussage genügt, um dem Volksschlager-Publikum grossen Applaus und Jubel zu entlocken. Der Chor Schluneggers Heimweh eröffnet den Abend. Wie gewohnt stimmen viele Fans mit ein. Beim Lied «Rosmarie» beginnt eine Frau zu weinen und entfernt sich etwas von der Menge vor der Bühne. «Ich sage nichts, ich bin einfach gerührt», meint sie, ohne uns ihren Namen zu verraten. Danach sorgt die Schwedin Julia Lindholm für Schwung. Mit «Waterloo», dem Song, mit dem die schwedische Band Abba Weltruhm erlangte, hat sie eine leichte Aufgabe. In vorderster Front tanzt Tamara Gerber aus Altreu mit vier Kolleginnen ausgelassen. Alle mit Regenschutz ausgerüstet, obwohl am Himmel bereits eine «blaue Störung» auszumachen ist. «Volksschlager ist zwar nicht unsere Musik, aber eine Schlagerparty unter freiem Himmel, dafür sind wir immer zu haben.»

Entspannter Ausblick auf das nächste Jahr

Es geht im Eiltempo weiter. Dr Eidgenoss aus Nidwalden, der eher wie ein schwerer Rocker aussieht als wie ein volkstümlicher Musiker, trifft mit seinem Schwyzerörgeli auch den Nerv der Ländlerfreunde. «Das ist ja ein Alpenquartett, das hätte ich nicht erwartet», sagt einer der Sicherheitsleute. Danach sorgt die Österreicherin Hannah mit ihrer kecken Art für Begeisterung, ehe die Dorfrocker flott loslegen. Gut kommt auch der Berliner Mitch Keller an. Und Sascha Ruefer greift mehrere Male zum Mikrofon. Ein grosses Plakat im Publikum mit der Aufschrift «Der Mann aus Sursee im Hoch» trifft es auf den Punkt. Organisator Rosario Galliker, der befürchtete, der Regen könnte die Party bremsen, ist erleichtert, dass es trocken bleibt. «Das tolle Schlagerpublikum hätte einen Dauerregen nicht verdient gehabt.» Nach dem erfolgreichen Abend kann er entspannt auf das nächste Jahr blicken. Nach Redaktionsschluss traten unter anderen noch Beatrice Egli, die Calimeros und die Schürzenjäger auf.


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