Wetterfestes Open-Air-Kino mit besonderer Ambiance

SINS ⋅ Das Broggekino auf der gedeckten historischen Zollbrücke zwischen Sins und Hünenberg geht vom 16. bis 19. August in die elfte Saison. Wer es einmal besucht hat, kommt wieder, denn dieses Kino ist einzigartig.
12. August 2017, 00:00

Das knarrende Gebälk der historischen Holzbrücke über sich, das Rauschen der Reuss darunter, dazu ein spannender Thriller oder eine amüsante Komödie auf der Leinwand: Dies ist die einmalige Atmosphäre des Brogge­kinos. Mit 150 Plätzen ist es fast schon familiär, Freunde und Nachbarn treffen sich vor- und nachher sowie in der Pause zu einem Getränk an der Bar. Ein Erfolgsrezept, das bereits zum elften Mal aufgeht. «Natürlich gibt es bessere und schlechtere Jahre», sagt Ursi Guggenbühl, Präsidentin des Vereins Broggekino Sins. «Aber im Grossen und Ganzen spielen wir unser Budget von 15000 bis 18000 Franken ein.»

Sie ist seit der Gründung dabei. «Damals war ich als Gemeinderätin tätig und verantwortlich für das Ressort Kultur.» Peter Arnold von der Augenblick Medien GmbH kam mit der Idee eines Open-Air-Kinos auf der Holzbrücke auf sie zu. Gemeinsam mit der Kulturkommission, der Anne-Marie Wormstetter angehörte, wurde die Idee umgesetzt. Arnold betreute die Technik, die Organisation übernahmen die beiden Frauen und weitere Filmbegeisterte. Später koppelte sich die Veranstaltungsreihe von der Gemeinde ab, und es wurde ein Verein gegründet. Noch immer stellt die Gemeinde jedoch das Mobiliar sowie ein Transportfahrzeug zur Verfügung und lässt die Brücke vorher einmal gründlich durchputzen. Die drei Gründungsmitglieder sind nach wie vor dabei. «Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Jedes Vorstandsmitglied hat seine genau definierten Aufgaben. Unterstützt werden wir jeweils von den immer gleichen 12 bis 14 Helfern und treuen Sponsoren, wofür wir sehr dankbar sind», erzählt Guggenbühl. Zusätzliche Helfer sind aber trotzdem jederzeit willkommen.

Stadtstatistiken passen nicht fürs Land

Jeweils im Frühling trifft sich der Vorstand, zu dem auch Lena Kaufmann gehört, zu einer Sitzung, bei der die Filmauswahl festgelegt wird. Es werden immer aktuelle Filme gezeigt. Interessant ist, dass auf dem Land offensichtlich nicht dieselben Genres beim Publikum ankommen wie in der Stadt. «Es hat sich mit der Zeit gezeigt, dass Actionfilme, wie beispielsweise James Bond, weniger Beachtung finden als Komödien und Schweizer Filme.» Also hat man Action aus dem Programm gestrichen. Ein Drama verträgt es, einen Krimi oder Thriller ebenfalls, aber auch dieses Jahr sind «Usgrächnet Gäh­wilers» und die Komödie «Plötzlich Papa» die beiden Renner. Beim Schweizer Film am Donnerstag, 17. August, werden zudem der Regisseur Martin Guggisberg und die beiden Hauptdarsteller Philippe Nauer und Ruth Schwegler anwesend sein.

Das Broggekino zieht vor allem Zuschauer aus dem Dorf, der Region, aber auch aus dem Knonauer Amt und dem nördlichen Aargau an. Mit 12 Franken ist der Eintrittspreis moderat. «Es ist uns lieber, es kommen viele Zuschauer, die sich vielleicht auch ein Getränk oder einen Snack an der Bar gönnen. Diese stellen für uns ebenfalls eine wertvolle Einnahmequelle dar», so Guggenbühl. Den gemieteten Barwagen können die Veranstalter abends einfach abschliessen und am nächsten Tag wieder in Betrieb nehmen. Die technische Ausrüstung hingegen wird nach einem schweren Diebstahl im Jahr 2012 mit einer Schadenssumme von 10000 Franken jeden Abend demontiert und sicher verwahrt. «Das war ein herber Rückschlag für uns. Fast unser gesamtes Vereinsvermögen ging dabei drauf», erinnert sich Guggenbühl. Viel Vermögen häuft der Verein sowieso nicht an, «einfach ein kleines Polster für schlechtere Jahre oder besondere Geschenke haben wir angespart». Zum Zehn-Jahr-Jubiläum nämlich erhielt jeder Zuschauer eine Decke geschenkt. Denn manchmal zieht der Wind durch die Brücke, und es kann kühl werden. «Sonst spielt das Wetter keine Rolle. Nur falls es extreme Gewitterstürme geben würde, müssten wir abbrechen.» Aber bisher war das noch nie der Fall. «Das Echo der Zuschauer ist durchwegs positiv», betont Ursi Guggenbühl. Das motiviert das Team jedes Jahr von neuem. «Man kann eigentlich gar nicht aufhören, wenn es so gut läuft.»

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis

www.broggekino.ch.


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