Coole Dates mit Kunst und Musik

LUZERN ⋅ Am gestrigen Entdeckertag des KKL sorgte nicht nur das Familienprogramm für Publikumsnähe. Auch das Orchester ging mit Jugendlichen und einer Werkstatt neue Wege.

13. März 2017, 00:00

Susanne Holz

susanne.holz@luzernerzeitung.ch

Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) beinhaltet viel Raum für Musik und Kunst, aber auch einiges an Gastronomie. Als Familie, die gestern am Entdeckertag des KKL teilnahm, dachte man sich: Wieso nicht zuerst eine Stärkung zu sich nehmen? Und machte sich auf zur Seebar, wo mehrere gut gelaunte Bar­keeper auf Kinder und Jugendliche warteten, um sie in die Kunst des Cocktailmixens einzuweihen.

«Sweet Lollipop», so heisst die Köstlichkeit aus Ananas-, Orangen- und Zitronensaft sowie einem Schuss Maracujasirup. Zunächst einmal lernt man einen Trick: Man drehe das Glas mit der Öffnung nach unten, tauche es in Maracuja-Sirup und dann in Zuckerstreusel – fertig ist der Deko-Rand. Und der selbst gemixte Cocktail? «Schmeckt voll gut», befinden die Töchter. Kai Bregenzer, Leiter Service des KKL, freut sich über die vielen anwesenden Familien: «Heute werden Berührungsängste abgebaut.»

Die meisten Pianisten wollen Steinway-Flügel

Weiter geht die Entdeckertour: Hana Javorska vom Veranstaltungsmanagement führt uns durch den Backstage-Bereich in den Keller – ins zweite Untergeschoss. «Wir sind sehr zufrieden mit der Besucherzahl», sagt sie mit Blick auf das bunte Treiben allüberall. Im Piano-Lager ist es ruhig. Kühl. Ein Steinway-Flügel steht unter Lüftungsrohren, angestrahlt von Neonlicht. «Steinway & Sons», goldene Buchstaben glänzen auf schwarzem Lack.

Christian Graf, Klavierbaumeister und spezialisiert auf die Feinausarbeitung von Flügeln, sagt: «Das Gros der Pianisten wünscht sich Steinway. Weil diese Flügel die höchste Klangvielfalt besitzen.» Im Piano-Lager ruhten sich die Flügel aus. Der Raum sei exakt klimatisiert: «Das ist wichtig, denn Hauptursache für Verstimmungen sind Schwankungen bei der Luftfeuchtigkeit.» Dann lässt Graf den Flügel erklingen – was sich schön imposant anhört im kleinen Kellerraum.

«Schrecklich», findet die junge Geigenspielerin

Coole Musik gibt es auch in der Crystal Lounge beim «Pfeilschuss-Konzert». Eine Dartscheibe ist in vier Bereiche eingeteilt, von «freudig» bis «kämpferisch». Die meisten Pfeile landen bei «kämpferisch». Die Kinder machen es sich in grossen Sesseln bequem und lauschen Violinistin Sofiia Suldina, die das Capriccio No 4 des Italieners Salvatore ­Sciarrino spielt – das Stück ist ein lustvoller Regelverstoss von 1976. «Schrecklich», meint die 13-jährige Tochter, die selber Geige spielt. «Ich kann es nicht beurteilen», so der Sohn diplomatisch. «Es geht», befindet die Kleinste.

Ein Highlight des Tages ist das «Speed-Dating» im Kunstmuseum. Hier hören selbst Kleinkinder andächtig zwei Musikern zu, die zu einer Videoinstallation und einem Ölgemälde vom Fleck weg Musik komponieren – mit Bassklarinette, iPad und arabischen Trommeln. Einfach wunderbar. Eine Idee mit Zukunft.


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