Nachgefragt

Drohen da keine Konflikte?

30. November 2016, 00:00

Mit den ersten drei Kantaten von Bachs Weihnachtsoratorium tritt die Bach-Akademie Luzern an die Öffentlichkeit. Initiant und Sänger Martin Caduff (Countertenor) über die Ziele der letztes Jahr gegründeten Formation.

Martin Caduff, in Luzern konzentriert sich bereits das Bach-Ensemble auf Johann Sebastian Bach. Schafft eine neue Bach-Akademie da nicht Konkurrenzkonflikte?

Nein, wir sehen unser Projekt nicht als Konkurrenz zum Bach-Ensemble. Dieses steht in der Tradition von Chören mit mehrheitlich Laiensängern und kombiniert von Zeit zu Zeit Werke von Bach mit anderen Komponisten, wie dieses Jahr Vivaldi. Wir haben zudem beim Bach-Ensemble abgeklärt, dass es dieses Jahr nicht ebenfalls das «Weihnachtsoratorium» aufführt.

Wie sieht Ihr Modell im Unterschied dazu aus?

Wir sind alles junge Sänger, die demnächst ihre Ausbildung an der Musikhochschule in Luzern abschliessen oder bereits abgeschlossen haben. Das Ziel ist ein professionelles Ensemble, das Bachs Musik stark nach Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis aufführt.

Neben Berufsvokalensembles wie dem Ensemble Corund in Luzern hat es dafür Platz?

Direkt mit unserem Ensemble zu vergleichen ist eigentlich nur die Bach-Stiftung St. Gallen. Die übrigen Vokalensembles pflegen ein Repertoire von der Renaissance bis zur Moderne. Die Konzentration auf Bach ergibt also durchaus ein eigenes Profil.

Woher kommt eure Leidenschaft gerade für diesen einen Komponisten?

(lacht) Bei einem so bedeutenden Komponisten gibt es viele Gründe. Aber es ist auch einfach unglaublich schön, diese Musik zu singen, zu spielen und zu hören, wenn es richtig läuft. (mat)

Hinweis

Konzert der Bach-Akademie Luzern: Freitag, 2. Dezember, 19.30, Matthäuskirche, Luzern: Bach, Weihnachtsoratorium.


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