Thriller

Ist Rückkehrerin wirklich entführte Tochter?

10. April 2017, 00:00

Eine 13-Jährige ist aus dem Elternhaus entführt worden. Acht Jahre später steht eine junge Frau vor der Tür und sagt, sie sei die entführte Tochter. Die Mutter möchte es nur zu gern glauben, aber Zweifel nagen an ihr ebenso wie an der jüngeren Schwester, die einst die Entführung miterlebte. Die Mutter, Uniprofessorin in Houston, erzählt einen Grossteil der Geschichte aus ihrer Sicht. Ihrer Erzählung stehen Passagen entgegen, in denen junge Frauen ihre Erlebnisse als Opfer von Misshandlungen, Prostitution und Menschenhandel schildern. US-Autorin Amy Gentry verknüpft in ihrem Erstling diese unterschiedlichen Erzählebenen so geschickt, dass die psychologische Spannung durch viele Wendungen aufrechterhalten wird. (dpa)

Amy Gentry: Good As Gone. Bertelsmann, 318 Seiten, ca. Fr. 19.–

Wer verschuldete den Tod des Vaters?

Mit einem überraschenden Problem beginnt «Korrosion» des Berners Peter Beck. Eine reiche alte Frau ist ermordet worden. Ihre Kinder können das Erbe erst antreten, wenn geklärt ist, welches von ihnen einst für den Tod des Vaters verantwortlich war. Der Sicherheitschef der Bank, die das Vermögen verwaltet, reist durch halb Europa, um Informationen zu finden. Er gerät in gefährliche Situationen, die er actionreich meistert. Viele dunkle Geschehnisse treten zutage, die erahnen lassen, mit welchen Mitteln das Vermögen zu Stande kam. Eingeflochten ist die Erzählung eines jungen Sudanesen über seine Flucht nach Europa. Lange bleibt unklar, wie die abwechselnden Handlungsstränge verbunden sind. Am Ende passen sie zusammen. (dpa)

Peter Beck: Korrosion. Emons Taschenbuch, 352 Seiten. ca. Fr. 18.–

Was passiert auf der dunklen Seite des Webs?

Immer wieder fällt im Zusammenhang mit Verbrechen der Begriff Dark Net, jener Teil des Internets, in dem man anonym unterwegs sein kann, ohne dass die Spuren verfolgt werden können. In dieser Umgebung spielt der Thriller «Dark Web» des Deutschen Veit Etzold. Ein Aktienhändler, dessen Geschäfte schlecht laufen, will seine Verluste ausgleichen und beginnt im Dark Net, mit Waffen und Drogen zu handeln. Dort stösst er auf Informationen über eine populäre neue Suchmaschine, welche Daten der Nutzer für düstere Zwecke umleitet. Etzolds Thriller ist modern, spannend und reich an Wendungen. Die dunkle Materie des Dark Net wird auch für Laien gut erklärt. (dpa)

Veit Etzold: Dark Web. Droemer Taschenbuch, 592 Seiten, ca. Fr. 14.–.


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