Kurztipps

Literarisches Spiel mit Frisch und Hemingway

18. April 2017, 00:00

Matthias Ackeret, Chefredaktor von persoenlich.com und bekannt von Zürcher Privat-TV-Sendern, wagt in einem novellistisch kurzen Roman ein literarisches Spiel: Ein Boulevardreporter versteckt sich an der Côte d’Azur im Luxushotel Eden Roc vor seinem Verleger. Diesem hat er einen Buchbestseller versprochen, obwohl er nur Kurztexte zu schreiben vermag. Eine mysteriöse Schöne zeigt ihm ein Manuskript «Montauk zwei», das von Lynn handelt, der Frau, die Max Frisch in seinem Roman «Montauk» verliess. Lynn lässt sich darin mit einem Nachfahren Hemingways ein. Ackerets Roman hat ein paar Längen, die Sprache ist gepflegt – mit einigen Ausrutschern. Die Story bietet Witz, am Ende werden die Fäden fantasievoll verknüpft. (are)

Matthias Ackeret: Eden Roc. Offizin, 158 Seiten, ca. Fr. 27.–.

Zürich total, interaktiv und stetig aktualisiert

Ein Stadtführer für die Jacken­tasche ist das nicht, und sogar im Rucksack liegt er mit seinen 1,3 Kilo zu sehr auf. Aber für die schnelle Orientierung vor Ort gibt’s heute andere Kanäle. Deshalb bekommen Käufer der Printausgabe einen Link zum Download auf Tablet, Smartphone oder Notebook. Das Buch selber ist ein prächtiges Schmökerbuch und bietet sich an für die entspannte Lektüre zu Hause. Etwas Um­fassenderes über Zürich dürfte schwer zu finden sein, und schon die Autorenliste garantiert für Insider-Tipps. Da wird über Banken, Bikes und Boote geschrieben, da werden die zwölf Stadtkreise vorgestellt. Da gibt es Anregungen zum Shoppen und Einkehren, Kapitel über Bier, Literaten, Filme oder Brunnen. Exkursionen führen in den Zoo, ins Flussbad Unterer Letten oder ins japanische Teehaus. Wer da nicht Lust auf Zürich bekäme. (kaf)

Peter Bührer: Zürich Insider Guide.

Flying Fish, 696 Seiten, ca. Fr. 40.–.

Krimi: Was ist mit den zwei Mädchen passiert?

Zwei Mädchen verschwinden. Jahrelang weiss niemand in Monteperdido, was aus ihnen geworden ist. Plötzlich taucht Ana nach einem Verkehrsunfall wieder auf. Die Kommissarin Sarah Campos und ihr Kollege befragen Dorfbewohner, Familienangehörige und Freunde des Mädchens. Bald ist klar, dass sie mehr weiss, als sie sagt.

Der Monteperdido, der «verlorene Berg» (dritthöchster der Pyrenäen), verbreitet eine düstere und bedrückende Atmosphäre. Die Menschen hier sind sehr speziell, ihr Dorfgefüge gerät ins Wanken. Der spanische Autor erzählt die Geschichte spannend und mit psychologischem Einfühlungsvermögen. (jja)

Agustin Martinez: Monteperdido. Das Dorf der verschwundenen Mädchen. Fischer TB, 496 Seiten, ca. Fr. 22.–.


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