Spektakulär und melancholisch zugleich

KINO ⋅ Wenn mit Superman und Batman die bekanntesten aller Superhelden in 3D gegeneinander antreten, wackelt der Kinosaal. Regisseur Zack Snyder sorgt mit viel Ernst für bildgewaltige Unterhaltung.

24. März 2016, 00:00

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Matthias von Viereck, dpa

Ein Zusammentreffen der ganz besonderen Art, das bei Fans des Superhelden-Genres weltweit für Gänsehaut sorgen dürfte: Erstmals sind Superman und Batman zusammen in einem Actionfilm mit realen Darstellern auf grosser Leinwand zu sehen. Die Inszenierung zu diesem Spektakel stammt vom US-Regisseur Zack Snyder.

Dieser hatte vor drei Jahren bereits «Man Of Steel» in die Kinos gebracht, in dem es um Supermans Herkunft ging. «Batman v Superman» versteht sich nun als eine Art Fortsetzung davon. So darf der Brite Henry Cavill erneut ins rot-blaue Superman-Kostüm schlüpfen. Bruce Wayne alias Batman wird erstmals verkörpert von Ben Affleck. In weiteren Rollen zu sehen sind Amy Adams, Jeremy Irons und Laurence Fishburne.

Gemeinsam gegen einen Verrückten

Nachdem Superman im Vorgängerfilm «Man Of Steel» eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat, ist sich die Menschheit uneins: Soll sie den vom Planeten Krypton stammenden Schönling verehren oder wegen seiner gottähnlichen Kräfte fürchten? Auch Batman, der weiterhin in Gotham City für Recht und Ordnung sorgt, ist sich zunächst nicht im Klaren darüber, wie er mit Superman verfahren soll.

Während sich der Milliardär mit dem dunklen Fledermauskostüm daran- macht, seinen Kontrahenten mit dem grossen S auf der Brust in die Schranken zu weisen, erwächst der Menschheit eine neue Gefahr: durch Lex Luthor, gespielt von Jesse Eisenberg, einen so verrückten wie hoch intelligenten und unkontrollierbaren Jungunternehmer. Schnell ist klar: Diesen Feind können Batman und Superman nur zusammen stoppen. Schliesslich – eine der vielen hübschen Überraschungen, die der Film parat hält – kriegen die beiden Superhelden auch noch unerwartete weibliche Unterstützung: Wonder-Woman.

(Action/SciFi, USA 2016) Christoper Nolans Batman-Trilogie mit Christian Bale in der Hauptrolle setzte die Messlatte hoch. Da wundert es nicht, dass Nolan-Fans gegen die Neuverfilmung mit Ben Affleck als Bruce Wayne Sturm liefen. Kinostart: 24.03.2016. (youtube.com, 22.10.2015)

Afflecks Spiel bleibt eindimensional

Besonders spannend war vor diesem Film die Frage, wie sich Ben Affleck in der Rolle des Batman machen würde. Zwar hat der amerikanische Kino-Star mit «Daredevil» bereits einmal eine Comic-Figur verkörpert, mit mässigem Erfolg. Kann er nun Batman mit Leben erfüllen? Affleck muss sich immerhin an der Leistung von vergangenen Batman-Darstellern messen lassen, etwa dem starken Michael Keaton. Und vor allem die grossartige Darstellung Batmans durch Christian Bale in der Batman-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan steht als Vergleich im Raum.

An Bales charismatische Performance vermag Affleck nicht heranzureichen. Er versteht es zwar, seinen Batman mit einer durchaus faszinierenden Ernsthaftigkeit auszustatten, auf die Dauer aber ist Afflecks Spiel jedoch zu reduziert und eindimensional.

Eisenberg überrascht

Im Vorgänger «Man Of Steel» waren in kleinen Rollen grosse Stars zu sehen wie Russell Crowe. Diesmal ist es Jeremy Irons, der als Alfred, Batmans treuer Butler, über starke Momente verfügt. Amy Adams ist erneut mit dabei als Journalistin Lois Lane, die bereits in «Man Of Steel» ihr Herz an Superman verloren hatte.

Eine wirklich famose Überraschung aber ist der Auftritt von Jesse Eisenberg als Bösewicht Lex Luthor. Dem 32-Jährigen, bekannt aus Filmen wie «The Social Network», hätte man eine so überdrehte und zugleich hintersinnige Performance nicht zugetraut. In seinen besten Szenen erinnert Eisenberg als Luthor fast ein wenig an die legendäre Darstellung des Joker durch Heath Ledger in «The Dark Knight».

«Batman v Superman» ist ein Zweieinhalbstünder, wie ihn sich die Fans von Batman und Superman kaum spektakulärer hätten wünschen können. Die 3-D-Effekte zwar hätte es nicht unbedingt gebraucht. Sehr souverän aber ist die Musik von Altmeister Hans Zimmer, der für eine kongeniale musikalische Begleitung der bildgewaltigen und fast immer kurzweiligen Action sorgt.

Die Fortsetzung von «Man Of Steel» präsentiert sich als hochernste, von einer melancholischen Grundstimmung durchzogene Heldengeschichte, die vom Ton her an Christopher Nolans Batman-Filme erinnert (Nolan war auch an diesem Film als ausführender Produzent beteiligt): Leichtigkeit und Humor wie etwa im letztjährigen «Ant-Man» sucht man hier jedoch vergebens.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Hinweis

«Batman vs Superman» startet heute in folgenden Kinos: Capitol und Moderne (Luzern), Lux (Baar), Kino Brunnen, Cinéboxx (Einsiedeln), Maxx (Emmenbrücke), Kino Engelberg, Seefeld (Sarnen), Cinema 8 (Schöftland), Cinepol (Sins), Seehof (Zug).

Am Dienstag erschien auf der Kulturseite ein Vergleich der Superhelden Batman und Superman.

(Action/SciFi, USA 2016) Christoper Nolans Batman-Trilogie mit Christian Bale in der Hauptrolle setzte die Messlatte hoch. Da wundert es nicht, dass Nolan-Fans gegen die Neuverfilmung mit Ben Affleck als Bruce Wayne Sturm liefen. Kinostart: 24.03.2016. (youtube.com, 22.10.2015)




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