Virtuosität und spezielle Farben

13. März 2017, 00:00

Blasmusik Grund zum Feiern hatte die Brassband Bürgermusik Luzern am Samstag, denn zum 20. Mal fand ihre Konzertgala statt und versetzte die Zuhörer im ausverkauften Konzertsaal des KKL in beste Laune. Die Spielfreude der Musiker liess den Funken sofort überspringen und hielt die Spannung bis zum Schluss.

In dieser Jubiläumsgala konnte man Highlights aus vergangenen Jahren hören, und diese Zeitreise wurde von Nik Hartmann, dem «Wanderer der Nation», launig begleitet. Er entlockte Dirigent Michael Bach sein Geheimnis für Fitness: Proben! Und die Leidenschaft und Freude am gemeinsamen Musizieren.

Komposition aus Bach und arabischem Wiegenlied

Dass Thomas Doss, der das Auftragswerk der BML für den Wettbewerb 2016 in Montreux komponiert hatte, anwesend war und im kurzen Interview seine Intentionen erläuterte, machte «Paradisum» zu einem besonderen Glanzlicht der Gala. Aus einem arabischen Wiegenlied, das ein Vater seinem Kind auf der Flucht immer wieder vorsingt, und dem Bachchoral «Es ist genug» hat Doss eine Komposition geschaffen, die von der Brassband hervorragend interpretiert wurde.

In hohem Schwierigkeitsgrad, gespickt mit Virtuosität ebenso wie mit ungewohnten Klangfarben, erreichte das Werk, was der Komponist beabsichtigt: «Der Hörer soll mitgenommen werden und am Ende der Komposition verwirrt, beglückt, ergriffen oder alles zugleich sein. Auf jeden Fall soll er im Konzert emotional berührt werden.»

Wie die Musiker die Ouvertüre zu Smetanas «Die verkaufte Braut» in aberwitzigem Tempo und dennoch exakt spielten, wie sie schmelzende Gesanglichkeit in «Somewhere in Time» ausreizten, zeigte die Vielseitigkeit dieser Formation. Die BML Talents traten nacheinander spielend und tänzelnd in den einzelnen Stimmgruppen auf, Dirigent Patrick Ottiger war zunächst bei den Schlagzeugern, um dann mit «Osterfjorden» des jungen Stijn Aertgeerts seine Talents zu Höchstleistungen anzuspornen.

Als am Ende BML und Talents vereint mit Tschaikowskys «Ouverture 1812» ihre geballte Klangkraft in den Saal steigen liessen, wurde nochmals deutlich: Hier wird auf hohem Niveau mit ausgefeilter Dynamik und grossem Engagement ausdrucksvoll und mitreissend musiziert.

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch


Login

 
Leserkommentare

Anzeige: