David Grossman holt Man-Booker-Preis

16. Juni 2017, 00:00

Literatur Leben und Leiden in Nahost – das ist das zentrale Thema im Werk des israelischen Autors David Grossman. Sein neues Buch sei atemberaubend, urteilt die Jury des internationalen Man-Booker-Preises. Und sie zeichnet den 63-Jährigen und seine Übersetzerin Jessica Cohen aus.

Grossman und die US-Übersetzerin wurden für den Roman «A Horse Walks Into A Bar» geehrt, wie die Jury in London mitteilte. Der Preis, die höchste Literaturauszeichnung Grossbritanniens, wird seit Jahrzehnten verliehen, die internationale Fassung gibt es erst seit 2005. Das Preisgeld von 50 000 Pfund geht immer je zur Hälfte an Autor und Übersetzer.

Comedian erzählt tragische Geschichte aus seiner Jugend

Im Buch, das unter dem Titel «Kommt ein Pferd in die Bar» auch auf Deutsch erschienen ist, erzählt Grossman die Geschichte eines Comedian, der in seiner letzten Vorstellung in einer israelischen Kleinstadt eine tragische Geschichte aus seiner Jugend preisgibt. «Wir waren überwältigt von Grossmans Bereitschaft, sowohl emotionale als auch stilistische Risiken einzugehen», erklärte die Jury.

In seinem literarischen Werk spiegelt der 63-jährige Autor und Friedensaktivist Grossman Krieg, Terror und die immer wieder enttäuschten Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten. In «Aus der Zeit fallen» (2013) schrieb er über die Trauer enger Angehöriger. Sein eigener Sohn Uri war 2006 im Libanon-Krieg getötet worden, als sein Panzer von einer Panzerabwehrrakete getroffen wurde. 2010 war Grossman, der auch Jugendbücher schreibt, mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden, da er sich «aktiv für die Aussöhnung zwischen Israeli und Palästinensern einsetzt». (dpa)


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