Der FC Luzern ist auf dem direkten Weg zum Abstieg in die Challenge League

Ausgabe vom 14.Juni
17. Juni 2017, 00:00

Aufgrund der Vorkommnisse der letzten Tage beim Fussballclub Luzern verlassen die besten Spieler den Club. Nicht die Auflösung des Vertrages für Costa schmerzt – das hätte aufgrund seines hohen Lohnes und der schlechten Leistung so längst geschehen müssen –, sondern die mit Leistungsträgern wie Neumayr, Haas und möglicherweise auch Toptor­jäger Schneuwly. Leider ist auch noch mit weiteren Austritten zu rechnen. Nun kommt teilweise recht viel Geld in die marode Kasse, aber das hat sehr grosse negative Auswirkungen auf die neue Saison. Wenn tatsächlich noch weitere Super-League-erfahrene Spieler den Verein verlassen, und damit ist leider zu rechnen, ist der übrig gebliebene Rest des Kaders nicht mehr in der Lage, den Super-League-Platz in der Saison 2017/18 zu halten. Auch mit neuen, erfahrenen Spielern ist in der momentanen Situation des Vereins kaum zu rechnen und kommt für die Saison­planung längstens zu spät.

Wenn der fussballunerfahrene CEO Marcel Kälin und Verwaltungsrat Marco Sieber weiter in dieser Form Schrittmacherdienste für den Hauptaktionär leisten, ist mit einem Abstieg in die Challenge League mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wie sich dann die finanzielle Situation auswirkt, ist bei diesem grossen Staff und dem Unterhalt des Stadions gut vorstellbar. Man kann sich weiter sehr gut vorstellen, dass der Abo-Verkauf für die neue Saison 2017/18 alles andere als gut abläuft. Die treuen Zuschauer der letzten Jahre wissen nur zu gut, was sich in der neuen Saison anbahnt. Aber dies werden Kälin und Sieber erst noch bitter erfahren müssen. Der heutige Fan will bei diesen Abo-Preisen Leistung sehen, diese wird er aber mit den Geschehnissen der letzten Tage kaum erwarten können. Also bleibt er fern, und die Defizite zeigen sich erneut oder sie vergrössern sich eventuell noch. Die vom CEO gross angesagte Vision 2021 kann so nicht funktionieren und wird total scheitern.

Alles, was der verdienstvolle und erfahrene Walter Stierli aufgebaut hat, wird nun brutal und radikal vernichtet. Das ist für die treuen Anhänger des FCL eine glatte Ohrfeige und für den Schweizer Fussball ein riesiger Verlust.

Hansjörg Berchtold, Rotkreuz

Eine gute Nachricht vom FCL: Man trennt sich von Costa. Costa ist wohl einer der Megatransferflops in der Geschichte des FCL. Er wurde für viel Geld geholt und war gleich der bestverdienende Spieler beim FCL! Aber wie konnte es überhaupt zu diesem Transfer kommen? Wurde Costa auch, wie sonst üblich, über eine längere Zeit unter die Lupe genommen? Da er vom FCL engagiert wurde, scheint dies eher nicht der Fall gewesen zu sein. Deshalb meine eher zynische Frage: Wurde Costa einfach anhand von alten Videos aus längst vergangenen Zeiten engagiert? Wie dem auch sei, es ist dem FCL geraten, auch die Verpflichtung von – vermeintlich – grossen Kalibern mit der nötigen Seriosität anzugehen. Denn wenn ein Spieler vor längerer Zeit zufälligerweise einmal in der gleichen Mannschaft wie Ronaldo gespielt hat, ist das heute, über zehn Jahre später, absolut kein gültiger Leistungsausweis mehr.

Aschi Beck, Luzern


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