Buchtipps

Krimi: Lebensfroher Erstling aus Frankreich

03. Juli 2017, 00:00

Alexander Oetker stellt in seinem Krimi «Retour» Commissaire Luc Verlain und die bezaubernde Gegend Aquitaine vor, die Region von Bordeaux. Nach jahrelangen Mordermittlungen in Paris kehrt Verlain in seine Heimat zurück. Gleich am ersten Tag in der Mordkommission liegt eine junge Frau erschlagen am Strand. Es stellt sich heraus, dass sie vor ihrem Tod mit zwei Männern geschlafen hatte. Der Autor schafft eine brisante Atmosphäre. Rassismus und Fremdenhass treten zutage. Doch wird auch von den schönen Seiten erzählt – dem eiskalten Muscadet, kulinarischen Genüssen wie überbackenen Austern und Bordeaux’ engen Gassen. Es macht Spass, diesen spannenden Krimi mit dem lebensfrohen Kommissar zu lesen. (JJA)

Alexander Oetker: Retour. Luc Verlains erster Fall. Hoffmann und Campe. 288 Seiten. ca. Fr. 24.–.

Sachbuch: Was das Licht alles kann und tut

Autorin Daniela Leitner ist keine studierte Physikerin. Sie nahm für ihre Diplomarbeit im Fach Kommunikationsdesign ihre Wohnung, ging von Zimmer zu Zimmer, fotografierte dort jene Facetten des Lichts, mit denen sie sich befasst, ergänzte sie mit vielen weiteren Illu­strationen – und erzählt auf eine ganz wunderbar einfache Weise vom weiten Weg, den die Physik zu ihren Erkenntnissen zurückgelegt hat. Am Schluss landet sie dort, wo alles angefangen hat: im Schlafzimmer und im Bad, beim Urknall. Über diese unterhaltsame Parforceleistung kann man nur staunen. Und das Tollste daran: Alles, was sie schreibt, ist wissenschaftlich korrekt. (R.A.)

Daniela Leitner: Als das Licht laufen lernte. Eine kleine Geschichte des Universums. C. Bertelsmann, 863 Seiten, ca. Fr. 68.–.

Essen im Einklang mit Natur und Jahreszeit

Gill Meller sammelt Lebensmittel, saisonale, regionale, frische. Seine Mission führt ihn oft aufs Land, weil der Küchenchef und Foodjournalist glaubt, dass von dort die erstklassigen Zutaten kommen. Fischer, Schafzüchter, Gärtner sind Leib und Seele jeder kreativen Küche, ist der Brite überzeugt. Sein Buch sieht er als Anleitung für achtsameres Kochen. Und für mehr Spass am Essen. Er sammelt auch Genussmomente, wenn ­zarter Fisch in Flocken zerfällt, die Bratkartoffel perfekt knusprig knackt. Auf wunderschön illus­trierten Seiten zeigt Meller auf, wozu Käse vom Bauernhof, Seetang von der Küste, Quitten aus dem Obstgarten und Roggen vom Feld in der Küche fähig sind. (dbu)

Gill Meller: Sammeln, ernten, ­kochen. Knesebeck, 288 Seiten, ca. Fr. 43.–.


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