102 Millionen Franken Gewinn – Rückzahlung an Kunden

03. Mai 2017, 00:00

Luzern Die Concordia hat ein erfolgreiches Jahr 2016 hinter sich. Mit 102 Millionen Franken hat die Krankenversicherung den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr gesteigert (2015: 99 Millionen Franken). Das Ergebnis 2016 setzt sich zusammen aus 59 Millionen Franken aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sowie 43 Millionen Franken aus dem Zusatzversicherungsgeschäft. Die beiden Bereiche sind unter dem Dach eines nicht profitorientierten Vereins zusammengefasst. CEO Nikolai Dittli führt das gute Ergebnis auf zwei Punkte zurück: «Wir haben versicherungstechnisch gut gearbeitet, und auch unser Anlageergebnis lässt sich sehen», sagt er.

Das Ergebnis weist die Concordia vollumfänglich den Reserven zu. Das gesamte Eigenkapital erhöht sich dadurch auf 943 Millionen Franken. «Das verleiht uns viel Stabilität», sagt Dittli. Und es ermöglicht es der Concordia, die im vergangenen Jahr angekündigte Auszahlung an ihre Versicherten vorzunehmen. «Wir zahlen dieses Jahr insgesamt 30 Millionen Franken an unsere Grundversicherten aus. Wenn wir Erfolg haben, dann sollen auch unsere Kundinnen und Kunden profitieren», sagt Dittli. Seit Januar 2017 werde jedem Erwachsenen pro Monat 5 Franken, jedem Kind 2 Franken von der Prämienrechnung abgezogen, erklärt er. Für eine vierköpfige Familie sind dies 168 Franken im Jahr. Insgesamt kommen 575000 Versicherte in der Schweiz in den Genuss der Rückzahlung. Eine solche Rückzahlung ist dank einer gesetzlichen Änderung seit dem letzten Jahr möglich. Neben der Concordia hat einzig die Sympany diese Möglichkeit genutzt. Allerdings hat diese die Rückzahlungen nur in einzelnen Kantonen vorgenommen. «Wir lassen alle Obligatorischversicherten am Erfolg teilhaben», betont Dittli. Ob es auch für 2018 zu einer Rückzahlung kommen wird, gibt die Concordia Ende Sommer bekannt.

Ebenfalls zugelegt hat die Luzerner Krankenkasse bei der Anzahl Versicherter. Per 1. Januar 2017 waren gut 601000 Personen im obligatorischen Bereich bei der Concordia versichert – 25000 mehr als im Vorjahr. «Damit haben wir erstmals die Marke von 600000 Kunden übertroffen», sagt Dittli. Davon stammen 28000 Kunden aus dem Fürstentum Liechtenstein. Die Concordia ist im Fürstentum mit einem Anteil von 70 Prozent Marktleaderin.

2018: Tieferer Prämienanstieg als Konkurrenz

Dank der guten Zahlen und der hohen Reserven geht Dittli davon aus, dass die Prämien von Concordia wie schon im Vorjahr im Vergleich zur Konkurrenz unterdurchschnittlich aufschlagen werden. «Die hohen Reserven helfen uns, einen Prämienanstieg abzufedern», so Dittli. Weniger zuversichtlich ist der CEO bezüglich des Ärztetarifs Tarmed. «Wir begrüssen den Eingriff von Bundesrat Berset, der die Tarifkosten um 700 Millionen senken soll», sagt Dittli. Er ist aber skeptisch, ob dieser Betrag, der das Prämienwachstum für 2018 um 2 Prozent dämpfen würde, auch so zum Tragen kommt. «Die 700 Millionen sind derzeit in Vernehmlassung, und ich gehe schwer davon aus, dass der Widerstand erheblich ist.» Das Bundesamt für Gesundheit jedenfalls hat die Krankenversicherer angewiesen, die Prämien 2018 ohne den Eingriff zu berechnen. «Wir müssen aber angeben, was der Eingriff des Tarmed für Auswirkungen auf die Prämien haben könnte», sagt Dittli. (rom)


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