Die Rigi wird zum Themenpark

VITZNAU ⋅ Der Umbau vom Bergbahn- zum Tourismusunternehmen mit Restaurants, Freizeitangebot und Shops zahlt sich aus. Trotz tieferer Gästezahlen haben die Rigi-Bahnen 2016 so viel wie noch nie verdient. Innovative Angebote sollen neue Gäste bringen.
08. April 2017, 00:00

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Weil die Rigi-Bahnen AG in neue Bahninfrastruktur, aber auch in Gastrounternehmen, Freizeitanlagen und den Verkauf von Merchandising-Produkten investieret, braucht es neues Geld und neue Aktionäre. Eine erste Kapitalerhöhung war letztes Jahr erfolgreich und brachte 3,8 Millionen Franken, wie Finanzchef Marcel Waldis an der gestrigen Medienkonferenz sagte. Mit einer zweiten Er­höhung, die von Oktober bis Dezember vonstattengehen soll, will man das Aktienkapital von 14,6 Millionen Franken nochmals stärken. Total haben die Aktionäre Kapitalerhöhungen von maximal 6 Millionen Franken innert zweier Jahre genehmigt.

Wohin das neue Geld fliesst, dazu gab es gestern einen ersten groben Einblick von Stefan Otz. Er ist seit sieben Monaten Direktor der Rigi-Bahnen. Gemäss der Strategie, künftig die ganze Wertschöpfungskette vom Transport über die Freizeitgestaltung, Beherbergung, Verpflegung bis zum Souvenirverkauf auf dem Berg abzudecken, haben sich die Verantwortlichen einiges einfallen lassen. Im Vordergrund stehen familiengerechte Angebote, einzigartige Themenwelten und «Alternativen für Schlechtwettertage», wie Stefan Otz ausführte.

Sendeturm mit verglaster Besucherplattform

«Wir wollen den Sendeturm auf dem Gipfel den Besuchern zugänglich machen», erklärte Stefan Otz die Pläne für die Themenwelt «Technologie» auf Rigi Kulm. Dafür stehe man in Gesprächen mit der Swisscom. Auf dem Sendeturm soll eine verglaste Besucherplattform entstehen. Auf dieser kann das 360- Grad-Panorama bewundert werden. Im Glasraum sind auch Bildschirme vorgesehen. Sie zeigen den Besuchern das Panorama zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten mit zusätzlichen Informationen an. «Wir wollen dadurch ebenfalls wetterunabhängiger werden», erklärte Otz. Das gelte auch für den geplanten Umbau der Bahnstation auf Kulm. Diese soll überdacht sein, um den Gästekomfort zu erhöhen.

Auf Rigi Staffel planen die Verantwortlichen ein historisches «Schwizer Bergdörfli». Stefan Otz und sein Team setzen ganz auf Swissness: «Hier wollen wir das Schweizer Landleben in den Mittelpunkt stellen.» Das Event-Zelt soll abgerissen und durch Holzhäuser er­-setzt werden. Eine Schaukäserei, eine Schnapsbrennerei und ein Heuspielplatz für Kinder sind weitere Angebote, die man sich vorstellt.

Auf Rigi Kaltbad will man dereinst neben Pferdestallungen, Mini-Golfanlage und Streichelzoo auch eine Baum­hüttenwelt mit Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen anbieten. Eine besondere Attraktion haben sich die Verantwortlichen für Rigi Scheidegg ausgedacht: ein rund 10 Meter hoher begehbarer Turm in der Form eines Tannenzapfens. Eine Eröffnung sei für den Herbst geplant, sagte Otz.

Bei den Rigi-Bahnen will man aber auch mit Sonderangeboten und neuen Tarifen mehr Gäste anziehen. Geplant ist ab dem 18. Mai ein noch nicht näher bekanntes Angebot mit wetterabhängigen Preisen. Dazu kommen verschiedene Aktionen, zum Beispiel dieses Wochenende zum Bahnfusion-Jubiläum (eine Fahrt für 25 statt für 72 Franken).


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