Eine Migros-Karriere von der Pike auf

30. November 2016, 00:00

Anton Wechsler Wenn die Schaufenster und Räume der Läden prächtig weihnächtlich geschmückt sind, packt es Anton Wechsler (63). Dann möchte er manchmal wieder berufstätig sein in einem der Geschäfte der Genossenschaft Migros Luzern. «Es war stets eine strenge, aber auch eine befriedigende Zeit», sagt er. Der heutige Verwaltungsratspräsident der Zentralschweizer Migros kennt den grössten Detaillisten der Region und des Landes wie kaum ein zweiter. Sein ganzer beruflicher Werdegang spielte sich darin ab. Mehr Migros geht nicht.

Es begann mit einem Ferienjob

Angefangen hatte alles 1966; als Sekundarschüler begann er für ein neues Velo zu jobben. Der junge Sempacher erhielt in der kurz zuvor eröffneten Migros-Filiale Sursee einen Ferienjob und füllte Verkaufsregale auf. Ein Jahr nach dem Velokauf fing er dort die Detaillistenlehre an, später folgte bereits mit 21 die Leitung der Filiale Cham, und 6 Jahre danach war er als jüngster Leiter eines 3M-Einkaufszentrums für den Länderpark in Stans verantwortlich. «Mir gefiel der Beruf, weil ich immer mit Menschen zu tun hatte. In Cham leitete ich ein Team mit Frauen, die alle meine Mutter hätten sein können. Und in Stans lernte ich, wie man den Verkauf für eine grosse Masse möglichst einfach und erlebnisreich gestaltet», erzählt Wechsler.

Er bekam aber auch mit, wie die Migros in ihren Anfangszeiten in der Zentralschweiz Misstrauen und Ängste auslöste. Der Grossverteiler wurde als Gefahr für die alteingesessenen KMU-Detaillisten empfunden – nicht ganz zu Unrecht, wie der spätere Wandel in der Branche zeigen sollte. Schon damals hätten zwar Kunden aus sämtlichen Gesellschaftsschichten bei der Migros eingekauft, sagt Wechsler. Doch nicht alle standen dazu. «Es gab Kunden, die packten ihre Ware in eine andere Einkaufstüte um, damit sie nicht mit einer Migros-Einkaufstasche im Dorf gesehen werden.»

Über 6000 Mitarbeiter

Heute ist das Detailhandelsunternehmen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Genossenschaft Migros Luzern ist mit über 6000 Mitarbeitenden (davon sind mehr als 200 Lernende) die grösste private Arbeitgeberin in der Zentralschweiz – und dabei sehr beliebt, weil die Migros Bedingungen und Sicherheiten anbietet, die von andern Arbeitgebern zusehends in Frage gestellt werden. «Die Migros war eine sehr erfolgreiche Umsetzung des Genossenschaftsgedankens. Wir können sie mit Stolz und Selbstbewusstsein betrachten», sagt Anton Wechsler. (rr.)


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