Erfolgreich dank Spielcasinos

13. Oktober 2016, 00:00

Eigentümer Die Seminole-Indianer in Florida (offizieller Name: «Seminole Tribe of Florida») sind einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Stämme amerikanischer Ureinwohner. Als Besitzer von drei Dutzend Hotels und Casinos sowie mehr als 160 Hard-Rock-Cafés weltweit verdienen die Seminoles jährlich rund 5 Milliarden US-Dollar. Die Spielcasinos in Hollywood – zwischen Miami und Fort Lauderdale in Florida – und Tampa gehören zu den lukrativsten Standorten einer boomenden Industrie.

Dabei besass der Stamm der Seminole-Indianer, dem rund 3500 Menschen angehören, lange Jahre gar keine Lizenz zur Führung von Spielcasinos. Als die Seminoles im Jahr 1979 in einem Reservat an der Küste Floridas eine Bingo-Halle eröffneten, war Glücksspiel ausserhalb von Las Vegas (Nevada) und Atlantic City (New Jersey) verboten.

Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, der erst im Jahre 1988 mit einem bahnbrechenden Entscheid des nationalen Parlaments endete: Seither ist es den Nachkommen amerikanischer Ureinwohner offiziell erlaubt, in ihren Reservaten Spielcasinos zu betreiben. Gemäss dem Dachverband der 238 Indianerstämme, die im Glücksspiel tätig sind, belief sich der Umsatz dieser Spielcasinos im vorigen Jahr auf nahezu 30 Milliarden US-Dollar.

Auch in der Landwirtschaft und im Sport-Management tätig

Neben Glücksspiel, Gastronomie und Tourismus sind die Seminolen auch in der Landwirtschaft (Rinderzucht, Anbau von Zitrusfrüchten), im Sport-Management und Tabakvertrieb tätig.

Die Angehörigen der Seminole-Indianer leben heute innerhalb, aber auch ausserhalb der Reservate in Florida. Sie besitzen einen US-Pass, zahlen wie andere Bürger entsprechend Steuern, dienen in den US-Streitkräften und dürfen wählen. Die geschäftlich erfolgreichen Ureinwohner stammen von einigen hundert Seminolen ab, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Everglades-Sümpfe flohen, nachdem die US-Regierung alle Seminolen aus Florida und weitere Indianer nach Oklahoma umzusiedeln versuchte.(rrw/eme.)


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