Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann bleiben hoch

08. März 2017, 00:00

Löhne Der Bundesrat will ein griffigeres Gleichstellungsgesetz. Die neusten Zahlen zu den Lohnunterschieden dürften die Regierung in diesem Vorhaben bestärken. Der Grundsatz der Lohngleichstellung für Mann und Frau steht seit 1984 in der Bundesverfassung. In der Realität bleiben aber noch immer rund 40 Prozent der Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau unerklärt, lassen sich also nicht auf strukturelle Faktoren wie Unterschiede im Bildungsstand, Anzahl Dienstjahre oder die ausgeübte Kaderfunktion innerhalb des Unternehmens zurückführen.

Während in den letzten Jahren die Lohnunterschiede insgesamt rückläufig waren und 2014 im privaten Sektor noch 19,5 Prozent betrugen, verharrte der unerklärte Anteil – die Gewerkschaften würden vom Anteil der Diskriminierung sprechen – sowohl in der Privatwirtschaft wie auch im öffentlichen Sektor auf konstant hohem Niveau. Das zeigt die Schweizer Lohnstrukturerhebung 2014, die das Bundesamt für Statistik (BFS) gestern veröffentlicht hat. Am eklatantesten sind die Unterschiede im Gastgewerbe. Hier lag der Anteil der unerklärten Lohndifferenz bei gut 65 Prozent oder durchschnittlich 295 Franken pro Monat. Im Detailhandel waren es knapp 57 Prozent oder 633 Franken, in der Maschinenindustrie gut 47 Prozent oder 883 Franken und in der Finanzindustrie gut 27 Prozent oder 1133 Franken pro Monat.

Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ist diese Diskrepanz inakzeptabel. Er fordert regelmässige unternehmensinterne Lohnüberprüfungen unter Einbezug der Gewerkschaften. Und eine externe Behörde soll Stichkontrollen machen und auch Sanktionen aussprechen können. Doch so weit will der Bundesrat nicht gehen. Aber: Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden sollen verpflichtet werden, alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchzuführen und diese von einer Revisionsstelle überprüfen zu lassen. (sda)


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