Mit gestaffeltem Bezug lassen sich viele Steuerfranken sparen

KAPITALBEZUG ⋅

11. Oktober 2016, 00:00

Kapitalbezug In der dritten Säule angespartes Kapital darf frühestens fünf Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter angetastet werden. Frauen können es mit 59 Jahren, Männer mit 60 Jahren beziehen. Einbezahlt wurde es steuerfrei. Beim Bezug hingegen fallen Steuern an. Bei der Kapitalauszahlungssteuer sind die Tarife aber vergleichsweise tief – wesentlich milder als etwa bei der Einkommenssteuer. Bei einer ausbezahlten Sparsumme von 100000 Franken behandelt in der Zentralschweiz Schwyz verheiratete Sparkapital-Bezüger mit einem Tarif von gerundet 1,9 Prozent am rücksichtvollsten. Es folgen Zug (2,2 Prozent), Uri (4,6 Prozent) und Luzern (4,6 Prozent), Nidwalden (4,9 Prozent), und Obwalden (5,9 Prozent).

Alle bewegen sich im nationalen Vergleich auf tiefem Niveau. Die Kapitalauszahlungssteuer wird gesondert berechnet. Es spielt also keine Rolle, wie viel Einkommen die Steuerzahler im Bezugsjahr sonst noch haben.

Mehrere 3a-Depots eröffnen

Eine Rolle spielt hingegen, wie viel Kapital jemand auf einmal bezieht. Da kommt die Progression in Spiel. Je mehr sich ein 3a-Sparer in einem Jahr auszahlen lässt, desto höher ist der Prozentsatz, der an das Steueramt geht. Ein Beispiel aus dem Kanton Luzern: Eine verheiratete Frau zahlt 4596 Franken Kapitalauszahlungssteuern, wenn sie sich 100000 Franken auszahlen lässt. Bei 200000 Franken sind es bereits 13492 Franken. Sie spart also 4300 Franken Steuern, wenn sie die Auszahlung je zur Hälfte auf zwei Jahre verteilt. Um die Ersparnisse steuersparend beziehen zu können, ist es notwendig, bereits in der Sparphase bis zu fünf 3a-Konti zu eröffnen. Denn anders als bei der Pensionskasse lässt sich das Kapital eines 3a-Kontos nur vollständig und auf einmal beziehen.

Auch hier der Vergleich einer verheirateten Person aus dem Kanton Luzern: Bei vier 3a-Konten mit je 50000 Franken und gestaffelt bezogen zahlt sie insgesamt 5728 Franken Steuern. Liegen die 200000 Franken auf einem einzigen Konto, fallen beim Bezug Steuern in der Höhe von 13492 Franken an. Das sind 7764 Franken mehr als beim gestaffelten Bezug. Experten raten, wegen der Progression während der Sparzeit ein neues 3a-Konto einzurichten, wenn auf dem alten mindestens 50000 Franken angespart sind.

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch


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