Steuerverzinsung: 0 Prozent im Kanton Luzern

10. März 2017, 00:00

Der Kanton Zug stellte vor einem Jahr die Verzinsung für frühzeitig einbezahlte Steuern ein. In diesem Jahr tut es ihm Luzern gleich, auch dort gibt es nun null Prozent Vergütungszins auf vorzeitig einbezahltes Steuergeld. Ursache dafür ist das extreme Tiefzinsumfeld. Die Kantone sind nicht mehr an frühen, verzinsbaren Steuereinnahmen interessiert, weil sie an den Kapitalmärkten jederzeit günstig kurzfristiges Geld aufnehmen können. Zudem fürchten sie, mit Negativzinsen belastet zu werden.

Die übrigen Zentralschweizer Kantone hingegen zahlen jeweils noch tiefe Zinsbeträge auf früh einbezahlte Steuern. Am meisten gibt es in Schwyz. Die Schwyzer Steuerbehörden gewähren ein halbes Prozent Skonto, wenn die Steuerrechnung vollumfänglich bis Ende Juni beglichen ist. Das kommt einer Verzinsung von gut einem Prozent gleich. Die Kantone Uri und Nidwalden verzinsen mit 0,5 Prozent, der Kanton Obwalden mit 0,25 Prozent.

Von Glück reden können Steuerpflichtige, denen bei der direkten Bundessteuer zu hohe Beträge in Rechnung gestellt werden. Denn der Bund zahlt auf die Differenz zwischen der provisorischen und der effektiven Rechnung stolze 3 Prozent Zins. Besser kann man Geld zurzeit kaum anlegen. Ein Beispiel: Erhält in diesen Tagen ein Steuerpflichtiger eine provisorische Rechnung von 2500 Franken, die sich später in der definitiven auf 2000 Franken verringert, so gibt es auf die 500 Franken Differenz 3 Prozent Zins. Es bringt aber nichts, mehr als die Summe einzubezahlen, die auf der provisorischen Rechnung aufgeführt ist, und dann auf eine dreiprozentige Rendite zu hoffen. Denn verzinst wird nur die Differenz zwischen der provisorischen und der definitiven Rechnung der direkten Bundessteuer. (rr)


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