Trump-Wahl schreckt gemäss Umfragen Touristen ab

18. November 2016, 00:00

USA Die USA werden für Feriengäste unbeliebter, seit klar ist, dass Donald Trump neuer Präsident wird. Die Reisesuchmaschine Kayak in Zürich hat am Tag der Wahlen eine Abnahme der Beliebtheit des Reiseziels USA um 30 Prozent im Vergleich zu allen anderen Mittwochen des Jahres festgestellt.

Eine Analyse in der Wahlwoche zeigte, dass der Sinkflug der Popularität Amerikas weitergeht. In der entsprechenden Kalenderwoche 45 wurde eine Abnahme der Flugsuchen um 18 Prozent im Vergleich zu allen anderen zweiten Wochen der Monate 2016 festgestellt. Der Wochenvergleich zwischen den Kalenderwochen 44 und 45 zeigt eine Abnahme von 10 Prozent. Suchanfragen für Flüge aus Europa sind durchschnittlich um 10 Prozent niedriger im Vergleich zu allen anderen Wochen des Jahres. Der grösste Rückgang mit 33 Prozent wurde in Polen verzeichnet. Auch Schweizer zeigten um 4 Prozent weniger Interesse an Reisen in die USA.

Reiseanbieter spüren noch nichts

Das Ferienportal Holidaycheck hat ähnliche Ergebnisse ermittelt. In einer Umfrage in der Zeit vom 9. bis 11. November gaben 39 Prozent der Befragten an, dass ihre Bereitschaft, in die USA zu reisen, mit der Wahlentscheidung gesunken sei. Weitere 40 Prozent liessen sich vom Wahlausgang allerdings nicht in ihren Reiseplänen beirren.

Während Umfragen und Suchanfragen zwar Tendenzen aufzeigen können, sind konkrete Buchungen schon härtere Faktoren. Und da sieht es denn auch anders aus. Das weiss man auch bei Holidaycheck. Verkaufsleiter Stefan Schimanski sagt: «Es bleibt abzuwarten, wie viele Feriengäste künftig Politik und persönliche Reisepläne voneinander trennen und wie sich der neue Präsident auf den Tourismus auswirken wird.» Momentan sei es noch zu früh, beispiels­weise über mögliche Änderungen der ohnehin schon strengen Einreisebestimmungen oder Auswirkungen auf die Sicherheit zu spekulieren.

Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan Suisse kann keine Änderungen bei den Buchungen feststellen: «Wir sehen, dass die USA wie in den letzten Jahren sehr gefragt sind. Wir haben bereits jetzt für 2017 gute Buchungen, die über Vorjahresniveau liegen.» Seit Trumps Wahl habe man auch keine Annullationen erhalten. Bei USA-Touristen spiele, wie auch schon die Vergangenheit zeigte, die Politik kaum eine Rolle. Wichtiger sei der Wechselkurs. Und da der Dollarkurs momentan sehr günstig sei, lohne sich eine USA-Reise. Ähnlich sieht es bei Kuoni-Reisen aus. Kommunikationschef Marcel Schlatter stellt keine Zurückhaltung bei USA-Reisen fest: «Nein, diese Feststellung machen wir nicht. Die USA sind und bleiben ein fantastisches Reiseland. Die USA verfügen über eine hervorragende touristische Infrastruktur. Es ist ein sicheres und stabiles Reiseland. Die Wahl von Trump wird diesen Vorzügen keinen Abbruch tun.»

Stefan Borkert

wirtschaft@luzernerzeitung.ch


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: