Verschärfte Kriterien für Uhrenindustrie

01. Dezember 2016, 00:00

Uhren Auch für die Hersteller von Schweizer Uhren gelten ab dem neuen Jahr strengere Swissness-Vorschriften. Die Uhrenindustrie begrüsst mehrheitlich das neue Gesetz. Die Anpassung an die strengeren Bedingungen birgt für die Hersteller allerdings noch einige Hürden.

Mit der Teilrevision der Verordnung über die Benützung des Schweizer Namens für Uhren von 1971 werde der gute Ruf der «Marke Schweiz» bei Uhren ebenso gestärkt wie der Produktionsstandort Schweiz, schreibt das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum.

Mit dem neuen Gesetz wird nicht nur der Begriff «Swiss made» geschützt, sondern auch der Name «Suisse» in allen Sprachen, das Schweizer Kreuz sowie sämtliche Zeichen, die mit dem Schweizer Kreuz verwechselt werden könnten. Um das Herkunftssiegel «Swiss made» zu erlangen, müssen künftig 60 Prozent der Herstellungskosten der Uhr als Ganzes (Endprodukt) in der Schweiz entstehen. Bis anhin galt dies nur für das Uhrwerk. Dieses bleibt aber immer noch wichtig. Beim Uhrwerk müssen ebenfalls mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Auch die technische Entwicklung der Uhr sowie des Uhrwerks müssen neu komplett in der Schweiz erfolgen.

Die Schweizer Herkunft ist für die momentan angeschlagene Uhrenbranche ein wichtiger Wettbewerbsvorteil: Konsumenten sind laut Studien bereit, für Luxusuhren «made in Switzerland» das Doppelte zu zahlen. Deshalb hat sich die Uhrenbranche noch schärfere Vorgaben gewünscht. Diese seien nicht im Einklang mit den Bestimmungen der Welthandelsorganisation und dem Freihandelsabkommen mit China, sagte Yves Bugmann, Chef der Rechtsabteilung des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH).

Dennoch sind die Uhrenhersteller auch mit der 60-Prozent-Regelung gefordert. Im Zuge der neusten technologischen Entwicklungen wird nämlich der Uhrenbegriff erweitert. Damit fallen auch Smartwatches unter die neue Verordnung. Aktuell ist ein grosser Teil der Technologie noch amerikanisch. (sda)


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