Wohin das «verlorene» Geld fliesst

06. April 2017, 00:00

Fondssuisse Heute kann die Nationalbank – sobald sie eine neue Banknotenserie in Umlauf bringt – die Banknoten der bisherigen Serie zurückrufen. Die zurückgerufenen Banknoten gelten dann nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel, können jedoch noch während zwanzig Jahren bei der Nationalbank umgetauscht werden.

Der Betrag, der den nicht fristgerecht umgetauschten Banknoten entspricht, fliesst jeweils alle zwanzig Jahre in den Schweizerischen Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden (Fondssuisse). Das Vermögen dieses Fonds blieb seit der letzten Ausschüttung der Nationalbank im Jahr 2000 konstant bei rund 270 Millionen Franken.

In «normalen» Jahren unterstützt Fondssuisse pro Jahr rund 2000 Betroffene aus der ganzen Schweiz mit insgesamt durchschnittlich 3,6 Millionen Franken pro Jahr. Seit 2000 bis Ende 2016 hat Fondssuisse jedoch viel mehr, nämlich knapp 100 Millionen Franken, an Betroffene geleistet. Dabei entfielen allein rund 52 Millionen auf 1999 (Waldschäden durch den Sturm Lothar) und 11 Millionen auf 2005 (Hochwasser). Die Fondssuisse-Beiträge entlasten die Kantone, die bei Grossereignissen zusätzlich öffentliche Mittel zur Verfügung stellen.

Fonds wird kein Geld mehr erhalten

Der Fonds wird nun gemäss den Plänen des Bundesrates künftig kein Geld mehr bekommen. «Wir gehen davon aus, dass der Fonds seine Aktivitäten auch künftig durch die Kapitalerträge wird finanzieren können und nicht auf eine erneute Ausschüttung angewiesen ist», sagt Philipp Rohr, Sprecher bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung. Dazu könne im Rahmen der Vernehmlassung Stellung bezogen werden, sagt Rohr.

Überspitzt formuliert könnte der Fonds also gemäss den Plänen des Bundesrates nach sechs Grossereignissen wie dem Jahrhundertsturm Lothar ohne Geld dastehen. (mim)


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