Economiesuisse ist zuversichtlich für Schweizer Konjunktur

09. Juni 2017, 00:00

Ausblick Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich aufgehellt. Im laufenden Jahr erwartet der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,7 Prozent. 2018 soll das BIP um 2,0 Prozent wachsen.

Die Exportindustrie befinde sich auf Erholungskurs, schrieb Economiesuisse gestern in einem Communiqué. Dank der Verbesserung der Weltkonjunktur steige die Nachfrage nach Schweizer Produkten und Dienstleistungen. Wichtig für die Schweiz sei vor allem die wirtschaftliche Erholung in Europa. Die meisten EU-Staaten wachsen – auch Länder, die wirtschaftlich Sorgen bereiten, wie Frankreich, Portugal und Spanien. Dies und der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich haben laut Economiesuisse dazu beigetragen, dass der Druck auf den Franken etwas nachgelassen hat.

Mit seiner aktuellen Schätzung für 2018 zählt Economiesuisse zu den optimistischeren Konjunkturauguren. Die Credit Suisse etwa rechnet mit 1,7 Prozent, die UBS mit 1,6 Prozent und die ZKB mit 1,5 Prozent. Economiesuisse sei tatsächlich etwas optimistischer als andere, sagt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, in einer Telefonkonferenz: «Wir sind überzeugt, dass verschiedene Branchen zulegen können.» Dies, obwohl der überbewertete Franken für viele Unternehmen noch immer eine Herausforderung darstelle.

Industrie schafft neue Stellen

«Besonders 2018 können Sorgenkinder wie die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie wieder kräftiger zulegen, und auch ein Beschäftigungswachstum wird möglich sein», sagt Chefökonom Rudolf Minsch. Seit dem «Frankenschock» seien im verarbeitenden Gewerbe zuvor etliche Stellen abgebaut worden. Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie soll im nächsten Jahr wieder neue Stellen schaffen, prognostiziert man bei Economiesuisse.

In der Uhren- und Textilindustrie sowie in der Hotellerie erwarten die Experten hingegen auch im nächsten Jahr noch kein Beschäftigungswachstum. In der Bankenindustrie und bei den Versicherungen werde die Beschäftigung tendenziell sinken, da in diesen Branchen strukturelle Anpassungen dominierten. Economiesuisse erwartet eine durchschnittliche Quote der Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent für dieses Jahr und von 3,0 Prozent für das Jahr 2018.

In der Binnenwirtschaft wird das Gesundheitswesen weiter kräftig zulegen, wie der Wirtschaftsdachverband gestern mitteilte. Und auch die Beratungsdienstleistungen sowie die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen würden wieder ansteigen, hiess es. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: