Einsatz von Suva-Detektiven vorläufig gestoppt

10. Mai 2017, 00:00

Im Kampf gegen Versicherungsbetrüger setzte die Suva während Jahren auch Detektive ein. Diese beobachteten verdächtigte Personen auch in ihrer Freizeit. So zum Beispiel in einem Fall, wo ein Verunfallter angab, er könne wegen Langzeitfolgen keiner Tätigkeit mehr nachgehen. Detektive filmten den Simulant jedoch beim Basketballspielen oder im Fitnesscenter beim Gewichtheben.

Letzten Oktober stoppte die Suva den Einsatz von Detektiven per sofort, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte solche Überwachungen von verdächtigten Versicherten als Verletzung der Privatsphäre bezeichnet hatte. Die Begründung der Strassburger Richter: Es fehlt in der Schweiz die gesetzliche Grundlage für ein solches Vorgehen. Ausgelöst hat den Fall eine 62-jährige Schweizerin, die eine 100-prozentige Invalidenrente bezog. Sie wurde von Detektiven gefilmt, wie sie ihren Hund spazieren führte, einkaufen ging und längere Distanzen am Steuer ihres Autos zurücklegte. Das Bundesgericht erachtete die Überwachung durch die Versicherung hingegen als rechtmässig.

Derzeit ist eine Gesetzesanpassung zum Einsatz von Detektiven in der Vernehmlassung. Bei der Suva in Luzern hofft man, dass Bundesrat und Parlament die Überwachung durch Detektive erlauben werden. Das neue Gesetz wird für 2018 erwartet. (eme)


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