Kapitalbezug ist steuerlich bevorteilt

01. Juli 2017, 00:00

Steuern Der Bund drängt darauf, die Kapitalbezüge aus der Pensionskasse einzuschränken. Der Ständerat stimmte in der Sommersession dem bundesrätlichen Vorschlag zu, nur noch Bezüge aus dem überobligatorischen Bereich zuzulassen. Das Geschäft geht nun an den Nationalrat.

Die steuerlichen Anreize gehen indes in die genau entgegengesetzte Richtung. Für Kapitalbezüge gilt ein vergünstigter Tarif von plus/minus 10 Prozent. Renten hingegen werden als Einkommen zu einem Tarif versteuert, der in den meisten Kantonen und Gemeinden bei 15 Prozent oder mehr liegt. Der Kapitalbezüger in unserem Beispiel müsste nach Berechnungen der Beratungsfirma PWC in Luzern für die 600000 Franken 52104 Franken einmalig an den Fiskus überweisen. Mehr wäre es in der Region Zentralschweiz in Schwyz (63709 Franken), am wenigsten in Zug (38050 Franken). Danach versteuert er nur noch sein AHV-Einkommen. Die Rentenempfängerin aber zahlt für ihr höheres Einkommen zwischen 7974 (LU) und 3377 (ZG) Franken jährlich. Über 20 Jahre zahlt sie nach heutigen Tarifen durchschnittlich 14 Prozent mehr Steuern als der Kapitalbezüger. (rr)


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