Kritik auch in den USA

28. Juni 2017, 00:00

Reaktion Google hat mit einer rechtlichen Floskel und einer ausführlichen Rechtfertigung auf den Bussenzettel aus Brüssel reagiert. Man sei, «mit Verlaub», anderer Meinung als die Europäische Kommission, schrieb Chefjurist Kent Walker in einer Stellungnahme auf dem hauseigenen Blog, und prüfe nun einen Rekurs an die nächste Instanz.

Google habe keine Manipulation betrieben, schrieb Walker weiter, sondern sich den veränderten Rahmenbedingungen im Online-Handel angepasst – und damit die Interessen sowohl der Konsumenten als auch der Anbieter berücksichtigt. Im Zentrum von «Google Shopping» stehe dabei der Wunsch der Kunden, möglichst schnell das Produkt ihrer Wahl zu finden.

Natürlich stösst diese Darstellung auf Widerstand, auch in den USA. In einem gemeinsamen Schreiben beklagte sich kürzlich eine lose Koalition amerikanischer Technologiefirmen – zu denen auch die News Corp. von Medien-Baron Rupert Murdoch zählt – über die Monopolstellung, die Google zu eigenen Gunsten ausnutze. Eine entsprechende Untersuchung der US-Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) war 2013 ohne formelle Bussenforderung eingestellt worden; Google willigte in der Folge aber ein, gewisse Anpassungen vorzunehmen. Seither heisst es gerüchteweise immer wieder, dass die FTC die Untersuchung wieder neu aufnehmen werde, auch weil die Entscheidung im Jahr 2013 intern höchst umstritten gewesen war.

An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gab der Aktienkurs der Google-­Muttergesellschaft Alphabet gestern leicht nach, um rund 1 Prozent. (rrw)


Leserkommentare

Anzeige: