Wachstum macht glücklich

14. Juni 2017, 00:00

Konjunktur Wer von Wirtschaftswachstum spricht, meint üblicherweise die Zunahme des Wohlstandes pro Kopf gemessen am Bruttoinlandprodukt. Ein persönlicher Wohlstandsgewinn gibt Raum für mehr Konsum. Aus diesem Zusammenhang lassen sich aber keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Menschen ziehen, schreibt Richard Easterlin von der University of Southern California.

Erstens fokussierten gängige Wirtschaftstheorien allein den Konsum materieller Güter, während andere Aspekte des Lebens vernachlässigt würden. Ein noch grösseres Defizit ist für Easterlin aber, dass die Feststellungen über Zufriedenheit als Folge von wirtschaftlichem Wachstum nicht von den betroffenen Menschen selber, sondern von Statistikern getroffen würden. Easterlin verweist auf Methoden, wie die Zufriedenheit der Menschen empirisch erfragt werden kann. In den letzten fünfzig Jahren seien grosse Mengen an Daten über den Glückseligkeitszustand der Menschen erhoben worden, und diese liessen den Schluss zu, dass traditionelles Wirtschaftswachstum nicht mit Glück der Bevölkerung gleichzusetzen sei.

In China seien die Menschen 2010 nicht glücklicher gewesen als vor dem grossen Boom im Jahr 1990. Es sei Zeit, die Qualität von Wachstum zu hinterfragen, meint Easterlin. (dz)


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