Eichhof West: Streit geht weiter

KRIENS ⋅ Der Regierungsrat hat den Bebauungsplan für Eichhof West genehmigt und die Beschwerden abgelehnt. Die Einsprecher geben sich aber nicht geschlagen.
30. Januar 2016, 00:00

Beatrice Vogel

Das Areal Eichhof West an der Langsägestrasse in Kriens liegt schon lange brach. Dort plant die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) seit Jahren eine Überbauung. Diese soll ein Hochhaus von 53 Metern, mehrere Wohnhäuser, ein Hotel und Büros beinhalten. Das Projekt hatte von Anfang an einen schweren Stand – insbesondere wegen des geplanten Hochhauses. 2011 sprach sich der Einwohnerrat gegen eine Volksmotion aus, die Hochhäuser im Eichhof-Gebiet verbieten wollte.

Wohnlage beeinträchtigt?

Doch es gab weitere Verzögerungen. Im April 2013 scheiterte das 200-Millionen-Projekt im Parlament kläglich. Die Kritik betraf nicht nur das Hochhaus, sondern auch den Mehrverkehr. Danach wurde das Projekt überarbeitet und abgespeckt. Im September 2014 folgte der Durchbruch: Das Parlament verabschiedete den Bebauungsplan einstimmig. Eine Gruppe von Einsprechern, die hinter der geplanten Überbauung am Sonnenberghang Häuser besitzen, setzte sich aber weiterhin zur Wehr und erhob Beschwerde. Diese richtet sich unter anderem gegen die Höhe der Häuser, die Verkehrs- und Lärmbelastung. Ein Argument der Einsprecher ist die Wohnlage des Sonnenberghangs, die durch die Überbauung beeinträchtigt werde. Die Beschwerde hat der Regierungsrat nun abgelehnt und den Bebauungsplan genehmigt. Die Ablehnung wird unter anderem damit begründet, dass sich der Bebauungsplan gut in die Umgebung eingliedere. Die Betroffenheit der Beschwerdeführer sei zu relativieren, da deren Aussicht nur durch das Hochhaus beeinträchtigt werde.

Weiterzug vor Kantonsgericht

Dass der Bebauungsplan für Eichhof West nun genehmigt wurde, ist aus Sicht von Gemeindeammann Matthias Senn ein wichtiger Schritt für das Projekt. «Wenn die Beschwerdefrist verstrichen ist, wird der Bebauungsplan rechtskräftig», so Senn. Dies natürlich nur, wenn die Beschwerde nicht weitergezogen wird. Das ist allerdings Wunschdenken. Die Beschwerde habe sich mit dem Regierungsratsentscheid natürlich nicht erledigt, sagt Einsprecherin Katrin Bernet auf Anfrage: «Wir ziehen die Einsprache weiter vor Kantonsgericht.» Bis ein Entscheid des Kantonsgerichts vorliegt, kann es rund ein Jahr dauern. Ein Baustart vor 2017 hat sich somit erübrigt.

«Lediglich weitere Verzögerung»

Matthias Senn sieht dem Weiterzug der Beschwerde gelassen entgegen. «Das ist lediglich eine weitere Verzögerung des Projekts», sagt er. Der kantonale Rechtsdienst habe den Bebauungsplan detailliert geprüft. «Das lässt hoffen, dass das Gericht zur gleichen Beurteilung kommt und rasch entscheidet.» Dass die Beschwerde das ganze Projekt zu Fall bringen könnte, glaubt Senn nicht. «Wir sind optimistisch, dass Eichhof West bald überbaut werden kann.»

Der Gemeindeammann hofft ausserdem, dass die BVK die Bauprojekte bald weiter plant, damit nach Abschluss der juristischen Auseinandersetzung die Überbauung zügig angepackt werden kann. «Solange die Beschwerde hängig ist, kann die Gemeinde zwar keine Baubewilligung erteilen, aber Baueingaben können wir trotzdem prüfen», so Senn.

Die Bauherrin deutet den Entscheid des Regierungsrats als gutes Zeichen. «Wir hoffen, die Überbauung rasch realisieren zu können», sagt Doris Köppel, Mediensprecherin BVK. Man werde aber erst weiteres Geld investieren, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig sei. Für die Einsprecher hegt die Bauherrin kein Verständnis. Die BVK habe das Projekt in verschiedenen Schritten überarbeitet und sei damit den Einsprechern weit entgegengekommen. Zudem habe der Einwohnerrat den Bebauungsplan ohne Gegenstimme gutgeheissen. Köppel: «Es ist für uns unbegreiflich, dass gewisse Einsprecher diesen deutlichen Entscheid der Volksvertreter nicht akzeptieren können. Die BVK verurteilt diese Trödelei.»


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