Erhält die Ufschötti einen Badesteg?

FREIZEIT ⋅ Die GLP will, dass am linken Luzerner Seeufer eine neue Badi gebaut wird. Der Stadtrat sieht derzeit keinen Bedarf, möchte dafür aber andere Verbesserungen für Badegäste prüfen.
19. Oktober 2016, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Stadt Luzern soll ein zweites Seebad erhalten. Die städtische GLP schlägt in einem Postulat vor, dass die Stadt am linken Seeufer im Bereich der Ufschötti eine solche Anlage bauen soll (Ausgabe vom 23. März). Dabei könne man das Konzept des bereits bestehenden Seebads vor dem Hotel Palace am anderen Seeufer übernehmen. Für die Anlage könne die Stadt durchaus auch Eintritt verlangen, so die GLP.

Gestern hat der Stadtrat nun seine Antwort auf das Postulat veröffentlicht. Er ist bereit, das Anliegen zu prüfen. Dies soll im Rahmen einer Studie zur Entwicklung des ganzen linken Seeufers geschehen. Dafür will der Stadtrat dem Parlament einen Kredit vorlegen. Wann was der Fall sein wird, ist noch offen. Bei der Prüfung soll es darum gehen, ob es eine neue Badi überhaupt braucht. Weiter soll es um Auswirkungen auf das betroffene Quartier gehen – etwa bezüglich Lärm und Verkehr.

Neue Planung nach Ende der Salle Modulable

In der Studie soll es jedoch um mehr gehen als nur um ein neues Seebad. «Das gesamte Ufer bis zur Stadtgrenze wird hinsichtlich Seezugang, Aufwertungen und baulichen Massnahmen untersucht», sagt Manuela Jost, ebenfalls GLP. Aus den Resultaten will der Stadtrat ein Entwicklungskonzept für das linke Seeufer erarbeiten. «Ein solches ist schon lange hängig, wurde aber immer wieder zurückgestellt, zuletzt wegen der Planung der Salle Modulable», erklärt Jost.

Bezüglich Badi macht der Stadtrat der GLP aber keine grossen Hoffnungen. Schliesslich besitzt die Stadt in der Nähe bereits das Strandbad Tribschen. Manuela Jost: «Momentan sehen wir keinen Bedarf für eine weitere Badi.» Zudem sei die rechtliche Situation bei Bauten in öffentlichen Gewässern schwierig. So müsse gemäss kantonalem Wasserbaugesetz die «Inanspruchnahme des Gewässers im öffentlichen Interesse» liegen, heisst es in der Antwort des Stadtrats. Man dürfe «die Wasserlebensräume» nicht beeinträchtigen. Es wären «umfangreiche Standortabklärungen» nötig. «Wir wollen aber der Studie nicht vorgreifen und das Seebad a priori ausschliessen», sagt Jost.

In einem anderen Punkt will der Stadtrat der GLP aber stärker entgegenkommen. «Wir sind bereit, vorgezogen zu prüfen, ob man bei der Ufschötti den Badeeinstieg optimieren kann», sagt Jost. Was das genau heisst, lässt sie offen. «Falls der Grosse Stadtrat den Vorstoss überweist, werden wir die Prüfung unverzüglich in Angriff nehmen.» Das Postulat wird in der Sitzung vom 27. Oktober behandelt.

Was hält die GLP von der Antwort des Stadtrats? «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Bedarf für ein Seebad da ist», sagt Grossstadtrat Jules Gut. «Die Bevölkerung ist im Quartier aufgrund der Tribschenstadt stark gewachsen.» Sonst sei man aber mit der Antwort zufrieden. «Es ist erfreulich, dass der Stadtrat das Entwicklungskonzept vorantreibt und kurzfristig Massnahmen ergreifen will.» Begrüssen würde die GLP etwa einen Steg bei der Ufschötti. «Es ist aufgrund des schlammigen Grundes nicht sehr angenehm, dort ins Wasser zu gehen.»

Baden an der Ufschötti soll gratis bleiben

Falls das Seebad doch realisiert wird und man Eintritt bezahlen müsste, würde dies nicht bedeuten, dass auch der Besuch der Ufschötti kostenpflichtig würde. «Der Eintritt wäre nur für das Seebad nötig», sagt Gut. Dafür müsste man dieses in den See vorlagern – wie es beim bestehenden Seebad vor dem Hotel Palace der Fall ist. «Man könnte es dann mittels Steg erreichen», erklärt Gut. Doch wer bezahlt Eintritt, wenn man daneben gratis baden kann? «Es gibt unterschiedliche Zielgruppen. Das Seebad könnte beispielsweise bei alleinstehenden Leuten beliebt sein, die etwas mehr Ruhe suchen. So könnte man zusätzliche Besucher an die Ufschötti locken», sagt Gut.

Übrigens: An dieser Lage gab es bereits eine Badi – von 1908 bis 1977. Im Zuge der Aufschüttung und dem Bau des Motorbootshafens wurde sie jedoch wieder abgerissen.


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