Neue Einnahmequelle für Eishalle

PENDLER ⋅ Weil grosse Unternehmen in die Gegend gezogen sind, wird das Parkhaus des Luzerner Eiszentrums immer begehrter. Die Mehreinnahmen kommen auch den Schlittschuhläufern zugute.

24. November 2016, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Namhafte Unternehmen haben sich in den letzten Jahren an der Luzerner Landenbergstrasse niedergelassen – beispielsweise der Milchverarbeiter Emmi oder die Stahlfirma Schmolz + Bickenbach. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf die städtischen Steuereinnahmen, sondern auch auf das benachbarte Regionale Eiszentrum Luzern.

Der Grund ist nicht in erster Linie, dass die Angestellten der Firmen oft Schlittschuh laufen. Sondern, dass diese das Parkhaus des Eiszentrums benutzen und Letzteres dank der Parkgebühren Mehreinnahmen verzeichnet. «Das Parkhaus wird zunehmend zu einem wichtigen Standpfeiler für den Eissport», heisst es im Jahresbericht des Eiszentrums. Im vergangenen Geschäftsjahr vom Juli 2015 bis Juni 2016 nahm man 311838 Franken dank des Parkings ein. Im Vorjahr waren es 272305 Franken, in der Saison 2012/13 noch 161614 Franken. «Das Quartier ist viel belebter als früher», sagt Stefan Schlatter, Geschäftsführer des Eiszentrums. Die Pendler würden vor allem tagsüber zwischen 7 und 19 Uhr parkieren. Abends sei daher genug Platz für die Sportvereine vorhanden. 110 Dauermieter gebe es inzwischen. Total verfügt das Eiszentrum über 185 Parkplätze.

Eiszentrum wirbt aktiv bei Firmen

Die steigenden Einnahmen sind kein Zufall. «Wir gehen aktiv auf Firmen in der Umgebung zu und werben für unsere Park­plätze», so Schlatter. «Wir müssen möglichst hohe Einnahmen generieren, um den Eissport so günstig wie möglich anbieten zu können.» Der Eintritt fürs Eisfeld für einen Erwachsenen kostet 10 Franken, Vereine bezahlen in der Vor- und Hauptsaison 160 Franken für eine Stunde Training auf dem ganzen Feld. Einzelne Eiskunstläufer bezahlen im Sommer 15 bis 18 Franken pro Stunde. «Wir sind froh um un­sere Parkplätze. Nicht nur wegen der Einnahmen, sondern weil Eissportler viel Material benötigen und daher meistens mit dem Auto unterwegs sind», sagt Stefan Schlatter.

Die wichtigste Einnahmequelle für das Eiszentrum ist aber nach wie vor der Eisbetrieb mit 1,36 Millionen Franken im vergangenen Geschäftsjahr. Auch hier ist man bemüht, die Auslastung hoch zu halten. «Wir schreiben beispielsweise Schulen an und organisieren Busse für die An- und Rückreise», sagt Stefan Schlatter. Der Jahresgewinn betrug 5200 Franken. Die Stadt Luzern unterstützte das Zentrum mit 70000 Franken. Einen neuen Namensponsor habe man nach dem Ende des Vertrags mit Swiss Life im Jahr 2013 noch nicht gefunden. «Die wirtschaftliche Situation ist schwierig für die Sponsorensuche.»

2015 erstmals durchgeführt wurde der Sommerbetrieb. Auch dieses Jahr hatte das Eiszentrum vom Mai bis Mitte der Herbst­ferien an sechs Tagen pro Woche geöffnet. «Der Sommerbetrieb richtet sich aber primär an Eiskunstläufer, die trainieren wollen, oder an Vereine. Die Kasse ist nicht offen, man muss sich jeweils voranmelden», sagt Schlatter. Ist das ökonomisch und ökologisch sinnvoll? «Gewinn machen wir im Sommer keinen, die zusätzlichen Kosten sind aber gedeckt.» Rund 90000 Franken brachte der Sommerbetrieb ein. Was die Ökologie angeht: Zwar kostet der Betrieb des Eisfelds Energie. «Dafür müssen die Vereine nicht mehr zum Training in andere Kantone fahren.»


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: