Raser in 30er-Zone erhält 13 Monate

STADT LUZERN ⋅ Ein Mann fuhr mit Tempo 83 auf der Lidostrasse. Nun liegt das Urteil vor.
17. März 2017, 00:00

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 2015 blitzte es auf der Lido­strasse beim Verkehrshaus in Luzern. Das dortige Radargerät mass bei einem vorbeifahrenden Auto eine Geschwindigkeit von 83 Stundenkilometern. Erlaubt gewesen wären 30. Am Steuer des Autos sass ein damals 21-jähriger Mann aus Malaysia. Mit ­seiner Geschwindigkeitsüberschreitung erfüllt der Mann die Raserkriterien, die seit Anfang 2013 verschärfte Strafen für ­besonders grosse Temposünder vorsieht (Via Sicura).

Nun liegt das Urteil des Luzerner Kriminalgerichts gegen den Mann vor. Das Gericht verurteilt ihn zu 13 Monaten Freiheitsstrafe bedingt. Zudem muss er 3200 Franken Verfahrenskosten zahlen. Der Raser habe das Risiko von Schwerverletzten oder Toten in Kauf genommen. So sassen einerseits zwei Passagiere im Auto, zudem ist die betreffende Stelle an der Lidostrasse ziemlich eng und unübersichtlich. Wären zufälligerweise Gäste des nahen Campingplatzes auf die Strasse eingebogen, hätten sie das mit übersetzter Geschwindigkeit ­fahrende Auto wohl erst zu spät wahrgenommen.

Zum ersten Mal Auto gefahren in der Schweiz

Der junge Mann, der für eine Stelle im Gastgewerbe in die Schweiz gekommen war, stellte sich auf den Standpunkt, er habe die Tempo-30-Signalisation nicht bemerkt. Ausserdem sei er zum ersten Mal in der Schweiz Auto gefahren. Das Fahrzeug hatte er sich von einem Arbeitskollegen ausgeliehen.

Der Verurteilte weilt inzwischen wieder in seinem Heimatland Malaysia. Die Gerichtsverhandlung fand daher in seiner Abwesenheit statt. Gemäss Einschätzung des Gerichts ist sich der Mann seines Fehlers voll bewusst. Davon zeuge auch die Tatsache, dass er für die Zeit des Verfahrens auch in seinem Heimatland Malaysia seinen Führerschein hinterlegte.

Das Urteil des Luzerner Kriminalgerichts vom 6. Februar kann allenfalls noch weitergezogen werden. (rk)


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