Spatenstich erfolgt frühestens 2019

KRIENS ⋅ Ist die Pilatus-Arena überhaupt wie geplant realisierbar? Dies wollen die Investoren nun mit einer Studie prüfen. Der ambitionierte Zeitplan kann damit nicht mehr eingehalten werden.

30. November 2016, 00:00

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Beim Krienser Mattenhof sind seit drei Monaten die Bagger am Werk – hier entsteht ein neues Wohn- und Arbeitsquartier. Auf dem noch leeren Grundstück daneben sollen dereinst ein Hochhaus und die Pilatus-Arena entstehen, eine Sport- und Eventhalle mit 4000 Plätzen. Im Februar hat das Luzerner Stimmvolk dem Verkauf des Landes, das der Stadt Luzern gehört, an die Eberli Sarnen AG zugestimmt (Ausgabe vom 29. Februar 2016). Bis spätestens 2021 muss ein baureifes Projekt vorliegen, sonst geht das Land zurück an die Stadt. Co-Investor sind die Helvetia-Versicherungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 200 Millionen Franken – auf die Pilatus-Arena allein entfallen 30 Millionen.

Nun startet Anfang 2017 ein Studienauftrag. Dabei soll das Areal von Architekturteams bewertet werden. Das Ergebnis, das bis Ende 2017 erwartet wird, soll aussagen, wie Volumen und Dichte der Überbauung sowie die Aussenraumgestaltung aussehen könnten und wie das Areal verkehrstechnisch erschlossen wird. «Grundsätzlich klärt der Studienauftrag, ob das Projekt wie angedacht realisiert werden kann. Wir werden auch eine Idee davon erhalten, wie die Gebäude aussehen könnten», sagt Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Arena AG. Das Hochhaus soll den Hallenbau quersubventionieren. «Im Rahmen des Studienauftrags wird geklärt, ob Halle und Mantelnutzung in den vorgesehenen Ausmassen auf dem Areal Platz haben», so Bucher. Dieses ist total 13000 Quadratmeter gross.

Kreative Vorschläge erwünscht

Als Grundlage für den Studienauftrag dienen eine Testplanung, Baugrunduntersuchungen, städtebauliche Vorgaben sowie ein Mobilitätskonzept. Auch eine Detailplanung der Halle betreffend Raumprogramm und Fläche wurde erstellt. Diese Dokumente werden aber nicht veröffentlicht. «Das sind lediglich Grundlagen für die Planung, damit die Architekten die Bedürfnisse für den Betrieb der Halle kennen», begründet Bucher.

Details zum Studienauftrag nennt die Pilatus Arena AG nicht. «Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen, dann müssen wir die Architekten ihre Arbeit machen lassen. Dem dürfen wir nicht vorgreifen», so Bucher. Die Rahmenbedingungen seien bewusst weit abgesteckt worden, sodass die Architektenteams die Möglichkeit haben, kreative Vorschläge einzureichen. Der Studienauftrag startet mit einer öffentlichen Präqualifikation. Dabei können sich acht Teams für die weiteren Arbeiten qualifizieren. Schliesslich wird ein Siegerprojekt gekürt. Anschliessend wird ein Bebauungsplan für das Grundstück erarbeitet.

Politischer Prozess steht noch bevor

Die Pilatus Arena AG geht nun davon aus, dass der Spatenstich 2019 erfolgen kann. Dies ist eine Verzögerung im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen. Im Projektdossier war vorgesehen, dass noch 2016 die Baubewilligung und der Spatenstich erfolgen. 2019 hätte die Pilatus-Arena eröffnet werden sollen. Ein von Anfang an sportlicher Zeitplan – vor allem in Anbetracht dessen, dass noch der politische Prozess in Kriens ansteht. Der Einwohnerrat muss den Bebauungsplan noch bewilligen.

«Der Zeitplan war tatsächlich eng gesteckt», räumt Bucher ein. Aber Verzögerungen seien bei so grossen Projekten die Regel. Er stelle zudem fest, dass der Bau der Swissporarena auf mehr Unterstützung gestossen sei. «Wichtig ist für uns, dass das Projekt breit abgestützt ist und alle Interessengruppen involviert sind. Das braucht Zeit.» Deshalb habe man in den letzten Monaten mit allen zuständigen Stellen Vorabklärungen getroffen. Dazu gehören die Gemeinde Kriens und die Stadt Luzern, der Kanton, der Verkehrsverbund sowie der städtebauliche Beirat und die Steuergruppe Luzern Süd. «Da wir viel investieren, wollen wir lieber vorher alles klären, damit es später keine Einsprachen gibt», so Bucher. Deshalb habe man den Studienauftrag sorgfältig vorbereitet und die Verzögerung in Kauf genommen.

Geht man davon aus, dass ab 2018 ein Bebauungsplan erarbeitet, öffentlich aufgelegt und von Einwohnerrat und Regierungsrat genehmigt werden muss, ist ein Spatenstich im Jahr 2019 dennoch ambitioniert. Das lässt auch der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne) durchblicken, wenn er sagt: «Der politische Prozess steht noch bevor, bis jetzt konnte sich der Einwohnerrat nicht zum Projekt äussern.» Es gebe klare «Gelingensbedingungen», nämlich städtebauliche Verträglichkeit, betriebswirtschaftliche Plausibilität und verkehrliche Funktionalität. Der Zeitplan sei zweitrangig: «Es ist gut, wenn der Unternehmer sich ein Ziel setzt. Unser Ziel ist, dass das Projekt unsere Kriterien erfüllt und letztlich glückt.» Grundsätzlich unterstütze der Krienser Gemeinderat aber das Projekt.

«Der Zeitplan war tatsächlich eng gesteckt.»

Toni Bucher

Verwaltungsratspräsident Pilatus Arena AG


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