Wegmatt: Planung beginnt wieder von vorne

HORW ⋅ Das Areal in Bahnhofsnähe bleibt eine Brache. Der Einwohnerrat tritt nicht auf die geplante Umzonung ein. Entscheidend war ausgerechnet eine «unheilige Allianz».

17. März 2017, 00:00

Nach der Abstimmung war niemand wirklich glücklich. «Es gibt nur Verlierer», sagte Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Soeben hatte der Horwer Einwohnerrat mit 14 zu 11 Stimmen beschlossen, nicht auf die Teilrevision des Zonenplans für das Wegmatt-Areal einzutreten.

Auf dem brach liegenden Grundstück in Bahnhofsnähe hätten drei sechsstöckige Gebäude entstehen sollen – zwei Wohnhäuser und ein Gewerbegebäude. Weiter wollte die Gemeinde gemeinsam mit der Zentralbahn eine neue Unterführung für Fussgänger und Velofahrer realisieren. Dafür hätte unter anderem das Grundstück der Schappe AG in eine Wohn- und Arbeitszone umgewandelt werden müssen (Ausgabe vom 2. Dezember 2016). Die Gemeinde hätte durch einen Landtausch mit der Schappe AG Flächen für die Realisierung der Unterführung erhalten.

Finanzierung der Unterführung unsicher

Für das Scheitern des Geschäfts an der gestrigen Einwohnerratssitzung sorgte einerseits eine sogenannte unheilige Allianz zwischen links und rechts, also der Linie 20 und der SVP. Andererseits enthielten sich vier Mitglieder von CVP und FDP – die Mehrheit der beiden Parteien stimmte für ein Eintreten auf das Geschäft.

Das Unheil hatte bereits in der vorberatenden Geschäftsprüfungskommission (GPK) begonnen. Diese konnte keine gemeinsame Haltung zum Geschäft beschliessen. Ein Grund dafür war die unsichere Finanzierung der Gleisunterführung, wie GPK-Präsident Markus Bider (CVP) sagte. So sei nicht klar, wie stark sich die Zentralbahn an den Gesamtkosten von rund 6 Millionen Franken beteilige. Ursprünglich rechnete die Gemeinde damit, dass die Zentralbahn 50 Prozent übernimmt. Weiter bezweifle die GPK, dass die Mehrwertabgabe durch den Eigentümer hoch genug sei. Die Schappe AG sollte sich mit 400000 Franken am Bau der Unterführung beteiligen.

Dieser Betrag sorgte auch bei der SVP für Kritik. Die Gemeinde solle nochmals mit der Schappe AG verhandeln. Reto von Glutz kritisierte zudem, dass der Gewerbeanteil bei den Neubauten zu tief sei. Hannes Koch (Linie 20) bemängelte hingegen, dass man noch zu wenig über die Planung der Unterführung wisse, und verlangte eine Zusicherung, dass diese auch realisiert wird.

Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) wehrte sich: «Bedenken Sie, welche Signale Sie an die Investoren aussenden.» Schliesslich sei das Geschäft schon jahrelang pendent. Für weitere Verhandlungen gebe es kaum Spielraum. Doch sein Appell konnte die Ratsmehrheit nicht mehr umstimmen.

Wie es jetzt mit dem Wegmatt-Areal weitergeht, ist nicht klar. «Ich wäre froh, wenn Sie uns nun einen klaren Auftrag geben würden», forderte Zemp vom Einwohnerrat. Das Parlament tat ihm diesen Gefallen nicht. Die Meinungen der Fraktionen gehen weiterhin auseinander.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch


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