Weniger Einfamilienhäuser als Ziel

RONTAL ⋅ In den Gemeinden Buchrain, Gisikon und Honau stehen besonders viele Einfamilienhäuser. Buchrain strebt nun eine verdichtete Bauweise an.

01. Dezember 2016, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

64 Prozent der Wohngebäude in Buchrain sind Einfamilienhäuser. Dieser Wert liegt klar über dem kantonalen Durchschnitt, der gemäss Lustat Statistik Luzern Anfang 2015 47 Prozent betrug. Nun will sich Buchrain für ein ausreichendes «Angebot an Geschosswohnungen mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr» einsetzen. So steht es im neuen Siedlungsleitbild, das bis zum 5. Dezember auf der Gemeindekanzlei zur Mitwirkung aufliegt. In den nächsten 15 Jahren sollen keine neuen Wohnzonen mehr geschaffen werden, dafür soll verdichtet gebaut werden.

Schreckt man damit nicht gute Steuerzahler ab? «Nein», sagt Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP). «Die Gemeinde verfügt gar nicht über die entsprechenden Grundstücke.» Für sehr Wohlhabende gebe es attraktivere Regionen als das Rontal. «Es ist ein Trugschluss, dass Buchrain seine Steuerkraft mit neuen Einfamilienhauszonen steigern kann.» Bei Eigentumswohnungen des oberen Segments sei das Steueraufkommen pro Quadratmeter massiv höher. Ähnliches zeigte auch eine Interpellation der SP Stadt Luzern aus dem Jahr 2011. Die Partei wollte wissen, wie hoch der Steuerertrag in den einzelnen Quartieren ist. Im wohlhabenden Bellerive/Schlössli-Quartier war er mit 13.545 Franken am höchsten – aber nur, was den Betrag pro Kopf angeht. Pro Hektar waren es 263 122 Franken – der zweittiefste Wert in der Stadt. Den höchsten Steuerertrag pro Hektar erzielte man im dicht bebauten Hirschmatt-Quartier mit 1,03 Millionen Franken.

Doch die Voraussetzungen für eine Verdichtung variieren je nach Quartier und Gemeinde, wie das Beispiel Gisikon zeigt. Mit knapp 64 Prozent ist auch dort der Anteil an Einfamilienhäusern sehr hoch. «Verdichtung ist auch bei uns ein Ziel, ein Beispiel dafür ist die sich im Bau befindende Überbauung Weitblick», sagt der für das Bauwesen zuständige Gemeinderat Bruno Vogel (FDP). Es gebe aber Grenzen: «Das Potenzial für Verdichtung ist in Gisikon weniger gross. Viel Bauland befindet sich im Hang. Da kann man nicht so hoch bauen, sonst entstehen regelrechte Schluchten.» Weiter sei die ÖV-Anbindung ein zentrales Thema. «Hier arbeiten wir stetig an Verbesserungen.» Allerdings sei man stets auch auf die Landeigentümer angewiesen. «Die Leute, die nach Gisikon ziehen, haben oft auch das Bedürfnis nach einem Einfamilienhaus. Dafür ist unsere Gemeinde von der Lage und Geschichte her auch prädestiniert. Die vorgesehenen Zonen für diese Bauweise in Gisikon sind jedoch schon grösstenteils verplant.»

60 Personen mehr pro Jahr

Den Rekordanteil an Einfamilienhäusern im Kanton Luzern hält derzeit die Gemeinde Honau mit 71 Prozent. Doch durch die neue Überbauung Oberdorfstrasse/Hirschenmatt wird sich dies ändern. Dort entstehen in den nächsten sieben bis zehn Jahren rund 100 Wohnungen (Ausgabe vom 2. August). Eine Strategie für weitere verdichtete Bauten bestehe in Honau aber nicht, da es gar kein freies Bauland mehr gebe, sagt Gemeindeschreiber Thomas Bucher.

Zurück zu Buchrain: Auch ohne Neueinzonungen könne die Gemeinde «moderat» wachsen, so Amstad. Das Ziel sind rund 60 Personen pro Jahr. Ende August wohnten 6131 Personen in der Gemeinde. In den Wohnzonen gebe es noch 116,600 Quadratmeter unbebaute Flächen, in den Arbeitszonen 115 500 Quadratmeter. Zum Vergleich: Das Nidfeld-Areal in Kriens ist 41 000 Quadratmeter gross.


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