Wirtewechsel im «Burestübli»

KRIENS ⋅ Gut 20 potenzielle Wirte haben sich für die Nachfolge der langjährigen Pächter beworben. Entschieden ist noch nichts. Fest steht aber: Name, Konzept und Poulets müssen bleiben.
19. April 2017, 00:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Nach gut 16 Jahren beendet das Wirtepaar Ursula und Markus Zeller-Stocker seine Zeit im Restaurant Burestübli im Hinterbuholz oberhalb Kriens. «Das ist gut so», sagt Ursula Zeller auf Anfrage, «der Zeitpunkt stimmt.»

Als dies bekannt wurde, brodelte es in der Luzerner Gastro-Gerüchteküche: Wer wird wohl das «Burestübli» übernehmen? Schnell machten die Namen der Betreiber des Luzerner «Jodlerwirt» die Runde. Genauer weiss es Gilbert Kappeler, Besitzer der Liegenschaft. Doch Kappeler winkt ab: «Solange ich keine Unterschrift habe, nenne ich auch keine Namen.» Gemeldet hätten sich über 20 Interessenten, so Kappeler. Kein Wunder – das Restaurant ist weitherum bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische wie auch für Touristen.

Poulet ist das Killerkriterium

Bekannt ist der Landgasthof auch für seine Poulets. Das habe Tradition, sagt Kappeler. «Zuerst führte den Gasthof meine Mutter. Im Jahr 1991 stieg ich zusammen mit meiner Frau ein, und wir führten ihn mit Mutter und ihrem Lebenspartner als Familienbetrieb.» Doch im November 2000 musste Kappeler dann aus gesundheitlichen Gründen Forfait geben, wie er erzählt.

Doch die Poulet-Tradition blieb auch unter den Zellers, und Kappeler will diese weitergeführt haben: «Ja, das Poulet war das Killerkriterium für die Interessenten. Wer das Huhn nicht auf der Karte haben wollte, kam nicht in die Ränge.» Von den 20 ernsthaften Kandidaten seien alle grossmehrheitlich qualifiziert, sagt Kappeler und fügt an: «Ich war erstaunt, wie viele der Interessenten das Restaurant auch kannten und genau wussten, wie viel Arbeit auf sie zukommen würde.» Im Erstgespräch fühlte er den Bewerbern auf den Zahn, in einem zweiten ging es dann in die Tiefe. «Für mich ist es wichtig, dass Traditionen, die sich bis anhin bewährt haben, auch weitergeführt werden. Deshalb müssen Name, Konzept und Poulets bleiben.» Trotzdem könnten sich Interieur, Inventar oder auch die Speisekarte leicht verändern. «Klar ist aber auch, dass dort oben weder eine griechische Taverne noch ein Kebab-Pub hinkommt.» Die Küche müsse wie bis anhin währschaft sein. Das würden sich die Gäste so wünschen: «Viele kehren nach einer Wanderung ein. Und die essen dann wie Löwen.»

«Wir übergeben mit gutem Gewissen»

Das «Burestübli» kann vor allem auf Stammkundschaft zählen. «Wir sind eine Familienbeiz. Da kommen Familien mit Kindern. Später die Kinder mit ihren Freunden und, wenn sie selber wieder Kinder haben, mit ihren eigenen Kindern», sagt Ursula Zeller. So habe sich das Gästekarussell immer gut besetzt gedreht. Das Haus verfügt mit Restaurant, Saal und Garten über 156 Sitzplätze. Nebst den Zellers sind drei Festangestellte und je nach Bedarf einige Aushilfen für das Wohl der Gäste besorgt.

Eine familieninterne Lösung für die Nachfolge haben die Zellers nicht zur Hand: «Unser Sohn ist Bauspengler und will auf seinem Beruf bleiben. Zwar hilft er oft und äusserst begabt als Kellner und Allrounder aus, doch ganz ins Gastrogewerbe will er nicht.» Die Zellers sind ein gut eingespieltes Team, so Ursula Zeller: «Ich konnte immer auf eine gute Küche zurückgreifen, das ist das Wichtigste. Denn stimmt’s auf dem Teller nicht, nützt alle Freundlichkeit nichts.» Dass die Nachfolge gut geregelt werde, davon ist Zeller überzeugt: «Gilbert Kappeler weiss schon, was er macht. Der hat Erfahrung und das nötige Herzblut fürs ‹Burestübli›.»

Hinweis

Ein musikalischer Ausklang im Restaurant Burestübli in Kriens findet vom 23. bis 25. Juni statt.


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