Zustupf für Sammlung Rosengart

KUNST ⋅ Die Sammlung hat vor drei Jahren die Mitgliedschaft im Zweckverband Grosse Kulturbetriebe abgelehnt – und muss dafür teuer bezahlen. Nun soll dieser «Fehler» korrigiert werden.
21. April 2017, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Luzerner Theater, Sinfonieorchester, Kunstmuseum, Verkehrshaus und Lucerne Festival – diese fünf Institutionen gehören dem Zweckverband Grosse Kulturbetriebe an. Nun wollen Stadt und Kanton Luzern diesen exklusiven Kreis erweitern. Ab 2018 soll die Sammlung Rosengart ebenfalls Mitglied des Zweckverbands werden.

Dies, nachdem erste Beitrittsverhandlungen zwischen dem Zweckverband und der Stiftung Rosengart 2014 noch gescheitert sind. «Der Stiftungsrat hatte damals das Gefühl, die Sammlung würde dadurch ihre Nähe zur Stadt verlieren», sagt Stefan ­Sägesser, Geschäftsführer des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe. Die Familie Rosengart pflegte in der Vergangenheit enge Beziehungen zur Stadt und schenkte ihr auch einige Werke, die heute wiederum im Museum zu sehen sind. Ausserdem ist der ehemalige Stadtpräsident Franz Kurzmeyer Mitglied des Stiftungsrats.

70 000 Franken fielen auf einmal weg

Das bestätigt auf Anfrage auch Direktorin Angela Rosengart. «Wir haben damals auf den Beitritt in den Verband verzichtet, weil wir eher auf die Stadt ausgerichtet sind.» Zudem habe man damals noch nicht abschätzen können, wie sich der Zweckverband weiterentwickeln werde. «Im Nachhinein hat sich das als Fehler herausgestellt. Man steht etwas abseits, auch bezüglich Subventionen.»

Dies zeigte sich schliesslich im Jahr 2016. In den Jahren zuvor erhielt die Sammlung Rosengart auch ohne Mitgliedschaft im Zweckverband jährliche Beiträge in der Höhe von rund 290 000 Franken von Stadt und Kanton. Wie auch bei den Kulturbetrieben im Verband übernahm der Kanton 70 Prozent der Kosten, die Stadt 30 Prozent. Allerdings bestand dafür eine vertragliche Grundlage, die kurzfristig verändert werden konnte, so Stefan Sägesser. Dies wurde der Sammlung zum Verhängnis. 2016 kürzte der Kanton als Teil eines Sparpakets seinen Beitrag an das Museum um rund 70 000 Franken. Die Kürzung kam für das Kunsthaus unerwartet und riss ein Loch ins Budget.

«Diese kurzfristige Sparmassnahme wäre bei Kulturinstitutionen des Zweckverbands so nicht möglich gewesen», sagt Sägesser. Dies haben zuletzt die Diskussionen um das aktuelle kantonale Sparpaket KP17 gezeigt. Der Kanton konnte den Beitrag an den Zweckverband nicht eigenmächtig kürzen, sondern musste zuerst mit der Stadt verhandeln, da diese ebenfalls Einsitz hat im Verband. Letztendlich resultierte eine Übergangslösung, um die Folgen des Sparpakets auf die Kulturbetriebe abzufedern (Ausgabe vom 13. April).

Kantonsrat muss noch zustimmen

Der Eintritt in den Zweckverband Grosse Kulturbetriebe lohnt sich daher für die Sammlung Rosengart. Ab 2018 erhält sie wieder ­einen Beitrag in der Höhe von rund 290 000 Franken. Der Kantonsrat muss dem allerdings noch zustimmen. Für die anderen Kulturbetriebe im Zweckverband hat der Eintritt der Sammlung Rosengart keine finanziellen Einbussen zur Folge.

Der Betrag an die Sammlung setzt sich künftig zusammen aus knapp 280 000 Franken, die sich Kanton und Stadt im Verhältnis von 70 zu 30 aufteilen. Hinzu kommen rund 10 000 Franken. Diesen Betrag teilen sich Kanton und Stadt je zur Hälfte. Diese Finanzierung ist Folge der zuvor erwähnten Übergangslösung. Das KP17 sah beim Zweckverband Kürzungen in der Höhe von jährlich 1,7 Millionen Franken vor. Um die Kulturbetriebe zu schonen, unterstützen Stadt und Kanton bis 2020 gemeinsam den Zweckverband pro Jahr mit 1 Million Franken. Diesen Betrag teilen sie sich zur Hälfte auf.

Die Sammlung Rosengart an der Pilatusstrasse enthält Werke von 25 Künstlern. Bekannt ist sie vor allem für ihre grosse Picasso-Sammlung. Sägesser freut sich über die Aufnahme des Kunsthauses in den Zweckverband. «Das Museum hat eine grosse Ausstrahlung, es ist zudem ein Anziehungspunkt für Touristen aus dem In- und Ausland.» Auf den Museumsbetrieb habe die Mitgliedschaft im Zweckverband keine Auswirkungen.


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