«Arroganz gegenüber der Agglomeration»

19. Mai 2017, 00:00

Carparkplätze 40 mögliche Standorte sieht das Carparkierungskonzept der Stadt Luzern vor. Mehrere davon befinden sich auf Krienser Boden. Dass die Stadt in Kriens nach Standorten für Carparkplätze sucht, ohne vorher die Gemeinde zu kontaktieren, löst hier grosses Unverständnis aus (Ausgabe vom 11. April). Gestern hat der Einwohnerrat eine Interpellation von Erwin Schwarz (FDP) zu den Carparkplätzen behandelt. Schwarz kritisierte das Vorgehen der Stadt scharf: «Sie profitiert von den Einnahmen durch den Tourismus, will die Cars aber in die Agglomeration auslagern. So sieht grüne Verkehrspolitik aus», sagte Schwarz. «Dieses Vorgehen zeugt von Arroganz gegenüber der Agglomeration.» In der Stadt fehlten Visionen, sonst würde man die einmalige Chance, das Carproblem mit dem Parkhaus Musegg zu lösen, nicht versenken, bevor Resultate vorliegen.

«Luzern macht sich die Sache sehr einfach», sagte auch Hans Fluder (SVP). Vor der Aufhebung von Carparkplätzen müsse die Stadt auf ihrem Gebiet für Ersatz suchen – und nicht in den Nachbargemeinden.

Viktor Bienz (CVP) stört «der Umgang der Stadt mit ihren Nachbarn». Er sprach von einem politisch schwachen Prozess und hofft, dass sich der Gemeinderat weiterhin «vehement wehrt».

Raoul Niederberger (Grüne) erinnerte daran, dass die Gemeinde Kriens entscheidet, was auf ihrem Boden passiert. «Ein Diktat der Stadt ist nicht möglich.» Dennoch sei eine Zusammenarbeit unumgänglich, Cars würden nicht vor Gemeindegrenzen Halt machen.

Der Gemeinderat hat die Stadt in der Interpellationsantwort ebenfalls scharf kritisiert. Gestern versuchte Matthias Senn zu beruhigen: Eine Aussprache habe stattgefunden. «Die Gespräche laufen gut.» (cgl)


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