Bald werden die Spurrillen geflickt

STADT LUZERN ⋅ Die Fahrt über die Seebrücke soll wieder angenehmer werden. Und die Stadt hat nun eine Vermutung, weshalb sich der Asphalt derart verformte.
16. Mai 2017, 00:00

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Im Sommer 2014 wurde der Belag auf der Luzerner Seebrücke für über 1 Million Franken erneuert. Doch kurze Zeit später bildeten sich Dellen und Spurrillen im Strassenbelag (wir berichteten).

Seither versucht das städtische Tiefbauamt herauszufinden, was bei der damaligen Belagssanierung schiefgelaufen ist. Zweimal wurden Proben aus dem Belag herausgefräst – doch die Laboruntersuchungen brachten keine Erkenntnisse. «Wir wissen, dass die Belagsmischung und die Bauarbeiten normgerecht ausgeführt wurden», sagt Michael Wägli, Leiter Projekte beim Tiefbauamt. Weshalb sich der Belag trotzdem verformte, dafür gibt es bis jetzt keine hinreichende Erklärung.

Resultate neuer Messungen stehen noch aus

Kürzlich hat die Stadt weitere Oberflächenmessungen durchgeführt, um herauszufinden, ob sich die Verformungen in letzter Zeit verstärkt haben. Die Resultate stehen noch aus. Klar ist hingegen, dass die schadhaften Stellen auf der Seebrücke im Sommer behoben werden. Eigentlich hätte dies bereits letzten Sommer geschehen sollen. Doch wegen diverser grösserer Anlässe wollte die Stadt auf eine längere Teilsperrung der Brücke verzichten. Die Belagsarbeiten dauern nun vom 3. bis am 29. Juli, wie Michael Wägli bestätigt.

Konkret wird der Belag jeweils an den beiden Brückenausfahrten erneuert – stadtauswärts also vor der Bushaltestelle Schwanenplatz und auf der anderen Seite im Bereich des Marronihäuschens.

Diese Stellen sind besonders grossen Belastungen ausgesetzt, weil die Fahrzeuge dort vor Ampeln häufig abbremsen müssen. Bei täglich 38000 Autos und Hunderten Bussen und Lastwagen sind Spurrillen im Laufe der Zeit nicht zu vermeiden. Dass sich der Zustand aber so schnell verschlechtert, sollte nicht passieren. Zum Vergleich: Der Belag, der beim Neubau der Brücke im Jahr 1997 eingesetzt wurde, hielt 17 Jahre. Die Sanierung im Jahr 2014 war nämlich die erste grosse Rundumerneuerung der Brücke. Wie erwähnt, gibt es bisher keinerlei Hinweise auf eine mangelhafte Qualität beim Material oder bei der Ausführung der Bauarbeiten. Möglich ist hingegen, dass der Zeitdruck eine Rolle spielte. Denn die Seebrücke wurde damals schon einen Tag nach Ende der Bauarbeiten wieder für den Verkehr geöffnet, um die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten. Es ist möglich, dass der Belag dadurch zu wenig Zeit hatte, sich zu festigen, wie Michael Wägli erklärt.

Der Belag soll mehrere Tage lang ruhen

Bei der Sanierung im nächsten Juli will man daher auf Nummer sicher gehen und den neuen Belag vier bis fünf Tage ruhen lassen. Dadurch soll vermieden werden, dass nach kurzer Zeit erneut Spurrillen entstehen. Zudem soll die Belags­mischung gegenüber dem letzten Mal weiter optimiert werden. Während der Sanierungsarbeiten im Juli bleiben die betroffenen Fahrspuren, an denen gearbeitet wird, gesperrt. Ein detailliertes Verkehrskonzept wird zurzeit vom städtischen Tiefbauamt vorbereitet.

«Wir wissen, dass die Belagsmischung und die Bauarbeiten normgerecht ausgeführt wurden.»

Michael Wägli

Tiefbauamt Stadt Luzern


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