Buchrain will eine neue Busverbindung

VERKEHR ⋅ Buchrain wächst in den nächsten Jahren stark. Es entstehen gegen 1000 Arbeitsplätze und zahlreiche Wohnungen. Nun fordert die Gemeinde bessere ÖV-Verbindungen in Richtung Zug.
15. Mai 2017, 00:00

Alle 30 Minuten fährt ein Bus nach Buchrain – ab Luzern. Aus Richtung Gisikon erreicht man das Dorf jedoch nur über einen längeren Fussmarsch von der ­S-Bahn-Haltestelle oder mit Umsteigen in Ebikon. Bis anhin mag das funktioniert haben, doch mit Blick in die Zukunft wünscht sich der Gemeinderat eine bessere Erschliessung. «In den nächsten Jahren entstehen in Buchrain gegen 1000 Arbeitsplätze, und im Gebiet Fahr/Stegmatt wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren Wohnraum für zirka 750 Einwohner geschaffen», sagt Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP).

Doch gerade in den Entwicklungsgebieten ist die Anbindung an die anderen Gemeinden im Rontal nicht ideal. Wer auf der Reussseite des Dorfs wohnt oder arbeitet, muss immer via Ebikon fahren oder über den Hügel zur S-Bahn-Haltestelle Buchrain laufen. Der Fussmarsch dauert mindestens zehn Minuten.

Vorteil für Pendler und Musikschüler

Der Gemeinderat stellt sich deshalb eine neue Busverbindung Buchrain–Perlen–Gisikon vor. Diese soll mit dem Fahrplanwechsel 2018 in Betrieb genommen werden. «Vor allem für Pendler, die aus Richtung Zug kommen, ist eine solche Verbindung wichtig», sagt Amstad. Profitieren von der neuen Buslinie würden auch die Mitarbeiter der Perlen Papierfabrik AG, die sich auf Rooter Boden befindet. Oder Musikschüler der Musikschule Rontal, die ab August ihren Betrieb aufnimmt. «Eine bessere ÖV-Verbindung würde die Zusammenarbeit innerhalb der Musikschule verbessern, etwa wenn es darum geht, gemeinsame Projekte zu realisieren», so Amstad.

Das Datum für die gewünschte Inbetriebnahme der neuen Buslinie hat der Gemeinderat nicht zufällig gewählt. Per 2019 wird die Amag Buchrain mit rund 150 Arbeitsplätzen in Perlen ihren Betrieb aufnehmen, und in diesen Wochen hat die Alfred Müller AG am Perlenkanal mit dem Bau von 67 Wohnungen begonnen. «Damit ein ÖV-Angebot attraktiv ist, muss es vom ersten Tag an vorhanden sein», sagt Heinz Amstad. Sonst würden sich Pendler oder Einwohner mit privaten Autos organisieren.

Unterstützung aus Root

Der Gemeinderat von Buchrain steht für die Einführung der neuen Buslinie in Kontakt mit dem Verkehrsverbund Luzern (VVL). Unterstützung erhält er von der Nachbargemeinde Root. «Eine Buslinie von Root nach Perlen fehlt heute», sagt Gemeindepräsident Heinz Schumacher (FDP). Mit der neuen Verbindung wäre die Abfallverbrennungsanlage Renergia von beiden Seiten (Root und Ebikon) erschlossen. Das bringe Vorteile für deren Mitarbeiter und die Interessierten, welche die Renergia besichtigen, so Schumacher.

Heinz Amstad ist zuversichtlich, dass die Direktverbindung nach Gisikon geschaffen wird. Die Zeichen des VVL seien positiv, sagt er. Allerdings wird es wohl ein Jahr länger dauern, bis die Direktverbindung nach Gisikon-Root in Betrieb genommen wird. Pascal Süess, Geschäftsführer VVL: «Im Dezember 2019 wird der Bushub in Ebikon eröffnet. Gemäss jetzigem Planungsstand wird ab diesem Zeitpunkt die Linie 22, die heute bis Perlen fährt, zu Hauptverkehrszeiten nach Gisikon verlängert.» Die Linie 23 wird beibehalten und bis Gisikon Weitblick verlängert. Allerdings enden künftig beide Linien am Bushub in Ebikon (siehe Kasten).

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch


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