Das gelbe Gewand trug er nie

08. Februar 2018, 00:00

An der Fasnacht haut Paul Winiker (61) auf die Pauke. Schon immer. Mit selbst genähten Kostümen gründete er als Dreikäsehoch mit seinem Bruder eine Mini-Guuggenmusig. «Wir bastelten Trommeln aus Speiseölfässern vom Quartierlädeli», schildert er seine ersten Auftritte in der Stadt Luzern. Wer so lange aktiv ist, hat bestimmt eine reichhaltige Sammlung. «Jessesgott, Dutzende Sujets und über 20 Grende sind im Keller», winkt er ab. Einige trug er nie. So das chinesische Kostüm, das er 2015 anfertigen liess. «Damals legte mich eine Grippe ins Bett und ich durfte nicht an die Fasnacht.» Winiker hält das gelbe Gewand und dazu einen roten Rokoko-Anzug vom letzten Jahr sowie eine Sau-Maske des Künstlers Matthias Bugari in die Kamera. Noch zwei weitere Fasnachtspausen hatte er im Laufe seiner Karriere einlegen müssen: als er 1984 beruflich in Pakistan weilte, und ein Jahr später in Minneapolis. «Ich bekam aber telefonisch etwas von der Lozärner Fasnacht mit. Eine Kollegin rief mich aus einer Zelle unter der Egg an und hielt den Hörer raus.»

Sonst lässt sich der SVP-Regierungsrat, der in der Zunft zu Safran ist, und Pauke bei der Bucheli-Fritschimusig spielt, nicht aufhalten. Nur bremsen. So bei seiner Liz-Prüfung, die er ausgerechnet am Schmutzigen Donnerstag 1981 an der Uni Zürich ablegte. «Am Morgen lief ich zum Bahnhof, vorbei an Kollegen, die mich überreden wollten. Das war eine harte Prüfung ...»


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