Stadtwärts

Der Metzger und das Inseli

11. September 2017, 00:00

Was haben die beiden Worte, der Metzger und das Inseli, miteinander zu tun? Wer sich das jetzt fragt, dem sei verraten: Es sind Worte aus Busgesprächen. Und diese, so kann ich bezeugen, sind übrigens häufig durchaus erhellend.

Aber von Anfang an: Meine Fahrt führt über die Zürichstrasse Richtung Maihof und ich sitz in der Linie 1. Da sagt die Frau hinter mir «Schau mal, unser Metzger gibt ja mächtig Gas» und weist auf die vielen Plakate vor dem Geschäft hin. Das sei gut, so würden alle ans Abstimmen erinnert, erwidert ihre Sitznachbarin. Ich schmunzle und denke «Recht hat sie», denn seine Kundschaft geht bestimmt an die Urne.

Ein weiteres Gespräch schenkt mir die «Schoggi-Tour», die ich bisher noch nicht kannte. Seit jenem Mittwoch aber, als ein Buschauffeur dem anderen sagte «jetzt geh ich auf die Schoggi-Tour» probierte auch ich diese Route aus, die von der Brüelstrasse nach Meggen Gottlieben und wieder zurück führt. Mein Fazit: sitzen bleiben lohnt sich. Nicht in Schoggi-Stimmung war dort aber ein Fahrgast nach mir: Kaum den Bus betreten, ging sie schnurstracks zum Fahrer und reklamierte lautstark die dreiminütige Verspätung. Hatte sie etwa einen wichtigen Termin? Nein, gab sie unumwunden zu, aber Fahrpläne seien da, um eingehalten zu werden. Unrecht hat sie damit wohl nicht. Termine sollten grundsätzlich eingehalten werden – denken wir an den Metzger.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch


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