Die Süd-Allee startet im Norden

KRIENS/HORW ⋅ Der neue Boulevard soll zum Aushängeschild für Luzern Süd werden. Die Planung wird immer konkreter. Dennoch gibt es zur Süd-Allee noch viele Fragezeichen.
16. April 2018, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Langsam erhält das Gebiet Luzern Süd sein neues, urbanes Erscheinungsbild. Auf den Arealen Mattenhof oder Schweighof schiessen die Bauten bereits in die Höhe, weitere werden folgen. Zwischen Kriens und Horw sollen in den nächsten 20 bis 30 Jahren bekanntlich 10 000 bis 15 000 Wohn- und Arbeitsplätze entstehen.

Das generiert auch Verkehr. Zur Erschliessung soll künftig – zumindest in gewissen Abschnitten – die sogenannte Süd-Allee dienen. Diese verläuft von der Kreuzung Eichhof im Norden via Arsenalstrasse, Nidfeldstrasse, Kreisel Mattenhof, Kuonimatt, Technikumstrasse und Altsagenstrasse bis zum See und dient quasi auch als verbindendes Element von Luzern Süd.

Teils Hauptachse, teils Quartierstrasse

Derzeit erarbeiten die Gemeinden Kriens und Horw sowie der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus eine Konzeptstudie zur Allee. Klar ist: Im nördlichen Bereich zwischen Arsenalstrasse und Kreisel Mattenhof ist sie als Hauptachse konzipiert. Dieser Abschnitt soll als erstes umgestaltet werden. Die Allee soll dort zur Erschliessung der Neubauten mit Auto und Bus dienen. Auch der Abschnitt Technikumstrasse ist als Erschliessungsachse mit Busverkehr konzipiert. Die Altsagenstrasse dagegen soll eine Quartierstrasse bleiben, auch das Krienser Kuonimatt-Quartier wird keinen Durchgangsverkehr erhalten.

In der Kuonimatt stehen die Linienführung und die grundsätzliche Gestaltung der Süd-Allee noch zur Diskussion. Im Quartier gibt es denn auch viele offene Fragen und Sorgen, wie ein kürzlich von den Gemeinden und Luzern Plus durchgeführter Workshop gezeigt hat. Gemäss ersten Plänen soll die Allee auf der Dahlien- und Veilchenstrasse verlaufen, zwischen Schlimbach und dem Knoten Steinibach in Horw besteht noch keine Strasse (siehe Ausgabe vom 18. September 2017).

Der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) betont, dass noch kein konkretes Projekt besteht. «Bei der gerade eingezeichneten Linie durch die Kuonimatt handelte es sich erst um einen Konzeptentwurf. Der Workshop hat gezeigt, dass es so nicht machbar ist.»

Zu reden gab am Anlass etwa, ob Enteignungen nötig sind oder ob die Süd-Allee in der Kuonimatt Mehrverkehr generiert. Thomas Glatthard, Gebietsmanager Luzern Süd, betont, dass beides nicht der Fall sein wird. «In der Kuonimatt gibt es keine Durchgangsstrasse für den Autoverkehr, die Hauptachse verläuft wie heute ab Kreisel Mattenhof entlang der Ringstrasse.» Der Kanton prüft, die Ringstrasse zu diesem Zweck teilweise mit einer Busspur auszubauen (Ausgabe vom 4. Januar). Die bestehenden Strassen im Quartier würden nicht verbreitert. Bei den Gestaltungsmassnahmen werde man mit den Grundeigentümern eine einvernehmliche Lösung finden. Ob und in welcher Form das fehlende Wegstück über den Schlimbach erstellt werden soll, sei noch offen.

Linienführung für Freigleis-Fortsetzung gesucht

So weit ist die Planung aber noch nicht. «Derzeit werden die Rückmeldungen aus dem Workshop für die Konzeptstudie aufgearbeitet», sagt Glatthard. Für die Gemeinde, die für die Planung der Süd-Allee auf Krienser Boden verantwortlich ist, stellen sich gemäss Senn nun drei Fragen: Verkehrt die Buslinie 16 weiterhin über die Rosen- und Kreuzstrasse? Führt die Fortsetzung der Velo- und Fussgängerachse Freigleis durch die Kuonimatt oder darum herum? Falls Letzteres der Fall ist: Inwiefern soll es in der Kuonimatt Verbesserungen für Fussgänger und Velofahrer geben?

Der Gemeinderat wird nun voraussichtlich mehrere Varianten ausarbeiten, diese werden der Bevölkerung in einem weiteren Workshop im September vorgelegt, so Senn. «Aufgrund der Rückmeldungen entscheidet sich dann, in welcher Form die Süd-Allee in den geplanten Richtplan Luzern Süd aufgenommen wird.» Grundsätzlich sei klar, dass der Abschnitt in der Kuonimatt völlig anders gestaltet werde als die Arsenal- und Nidfeldstrasse. Schliesslich ist auch der Charakter des Quartiers mit vielen kleineren Häusern und Gärten anders.

6 Millionen für die erste Etappe

Ein Zeit- und Kostenplan für die Realisierung der Süd-Allee existiert noch nicht. Wie erwähnt soll der nördliche Abschnitt von der Arsenalstrasse bis zum Knoten Mattenhof als erstes umgestaltet werden soll (siehe Kastentext). «Dieser Perimeter ist im Luzerner Agglomerationsprogramm der 3. Generation bereits enthalten, der Bund will die Realisierung jedoch nach hinten verschieben», sagt Senn. Er rechnet mit einem Baustart «in den nächsten Jahren».

Vorgesehen sind für diesen ersten Abschnitt der Südallee Kosten von rund 6 Millionen Franken, der Bund soll davon 35 Prozent übernehmen. Den Rest muss wahrscheinlich die Gemeinde Kriens selbst stemmen, da es sich – ausser beim Knoten Mattenhof – um Gemeindestrassen handelt.


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