Chronologie

Die turbulente Geschichte von «Ebisquare» bis zur «Mall of Switzerland»

07. November 2017, 00:00

Oktober 2001: Liftbauer Schindler erklärt, dass er für seine Landreserven in Ebikon keine Verwendung mehr hat und sie verkaufen will. Das Projekt Ebisquare wird vorgestellt: Ein Shopping- und Freizeitzentrum mit Wellnessbad, Hotel, Büros und Wohnungen. Kosten: 500 Millionen Franken.

August 2003: Gegen das Projekt keimt erstmals Widerstand auf. Kritisch sind insbesondere Linke und SVP. Im Fokus steht die Angst vor dem Verkehrskollaps. Damals gab es weder einen Autobahnanschluss noch eine S-Bahn-Station in der Nähe. Auch das Rontaler Gewerbe ist skeptisch.

Januar 2004: Die Migros, die ursprünglich die Bäderwelt finanzieren wollte, steigt aus dem Projekt aus.

September 2004: Alle Einsprachen sind bereinigt. Auch der VCS steht jetzt hinter dem Projekt – sofern die vereinbarte Zahl von rund 9000 Autofahrten pro Tag nicht überschritten wird.

Februar 2005: Die Ebikoner Stimmberechtigten sagen mit 55 Prozent Ja zum Bebauungsplan Ebisquare. Eine Stimmrechtsbeschwerde der SP wird von der Regierung abgewiesen. Unten: So stellten sich die Planer das neue Zentrum Ebisquare vor.

April 2007: Coop steigt als Hauptmieter ins Projekt ein.

November 2007: Die Baubewilligung für Ebisquare wird erteilt. Die Eröffnung ist für 2011 geplant. Als Investorin tritt die Société Générale Immobiliere (L.S.G.I.) aus Genf auf.

März 2009: Der grosse Rückschlag: Die Investorin L.S.G.I. steigt überraschend aus dem Projekt aus; auch erste Mieter springen wieder ab.

Mai 2011: Das Projekt wird unter dem Namen Mall of Switzerland neu aufgegleist. Realisieren soll den Bau nun die Entwicklungsgesellschaft Halter AG. Die Eröffnung ist für 2014 geplant. Zuerst müssen aber Investoren gesucht werden.

März 2013: Die Freo-Gruppe wird neu für die Realisierung der Mall verantwortlich. Hinter Freo stehen als Geldanleger verschiedene Staatsfonds und Pensionskassen aus Europa, Asien und Amerika.

September 2013: Neu wird ein Kinokomplex ins Projekt aufgenommen. Betreiberin ist Pathé.

Januar 2014: Die letzten rechtlichen Hürden sind beseitigt: Eine benachbarte Grundstückbesitzerin zieht ihre beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde zurück. Der Baustart wird allerdings immer wieder verschoben.

Mai 2014: Mit Vorliegen des fertigen Bauprojekts zieht sich Schindler definitiv zurück und verkauft das Bauareal an die Investoren, einen Staatsfonds aus Abu Dhabi.

Juni 2014: Baustart der Mall of Switzerland (im Bild mit einer theatralischen Inszenierung des Spatenstichs). Vorstellung des Fahrtenmodells. Dieses sieht vor, dass die Mall maximal 8280 Fahrten pro Tag generieren darf.

Dezember 2014: Coop zieht sich überraschend zurück. Als neuer Hauptmieter ist nun die Migros vorgesehen.

August 2016: Der Kanton beschliesst, dass die VBL-Linie 1 ab 2020 bis zur Mall of Switzerland verlängert wird.


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