Ein Gleisübergang soll reichen

HORW ⋅ Der Gemeinderat hat die Pläne für das Wegmatt-Areal überarbeitet. Er kommt Anwohnern und der Nachbargemeinde Kriens entgegen. Ob die Krienser damit einverstanden sind, ist aber offen.
17. Juni 2017, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Kritik hagelte es gleich von mehreren Seiten: SVP und L20 sorgten an der Horwer Einwohnerratssitzung vom 16. März dafür, dass die Umzonung des Areals Wegmatt in eine Wohn- und Arbeitszone zurückgewiesen wurde. Hinzu kam die Forderung der Gemeinde Kriens, dass die bestehenden Bahnübergänge Krienser- und Wegmattstrasse nicht aufgehoben werden (Ausgabe vom 13. Mai). Inzwischen hat der Horwer Gemeinderat das Geschäft überarbeitet und dabei folgende Änderungen vorgenommen:

Der Gemeinderat beantragt einen Projektierungskredit von 280 000 Franken für die Planung der neuen Gleisunterführung Wegmatt. Damit reagiert er auf Kritik der L20, dass man noch viel zu wenig über das Bauprojekt wisse.

Die Schappe AG, die grösste Grundeigentümerin auf dem Areal Wegmatt, beteiligt sich mit 523 000 Franken am Bau der Unterführung neben ihrem Grundstück. Dies, weil das Land durch die Umzonung an Wert gewinnt. Ursprünglich waren 400 000 Franken vorgesehen. Dies war der SVP zu wenig, sie verlangte Nachverhandlungen. Der neue Betrag kommt zu Stande, weil die Schappe AG nun ein Grundstück von der Gemeinde kauft und diese im Gegenzug zu günstigeren Konditionen ein Grundstück der Schappe AG erwirbt. Dieses wird für den Bau der Unterführung genutzt. Zuerst war nur ein Landtausch vorgesehen.

Die drei Neubauten auf dem Grundstück der Schappe AG dürfen nur noch fünf statt sechs Stockwerke aufweisen. 42 Grundeigentümer und Anwohner hatten in einer Petition eine Reduktion auf vier Stockwerke gefordert, der neue Vorschlag des Gemeinderats ist also ein Kompromiss. Die Petitionäre sind damit zufrieden, wie sie in einer Stellungnahme schreiben. Die ursprünglich definierten Baufelder dürften aber nicht überschritten werden. Der Horwer Einwohnerrat entscheidet am 29. Juni über das Geschäft.

Statt beide Bahnübergänge soll nur einer aufgehoben werden. Die Krienser Forderung, beide Übergänge zu behalten, ist hingegen keine Option. Denn dann würde die Zentralbahn ihren Beitrag an die neue Unterführung Wegmatt von 500 000 Franken streichen, weil keine betrieblichen Vorteile entstünden. Die Baukosten für die Unterführung betragen total 5,8 Millionen Franken. Davon entfallen, wenn man den Beitrag der Zentralbahn einkalkuliert, 2,7 Millionen Franken auf die Gemeinde.

Wegen der Aufhebung von einem der beiden Bahnübergänge will der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) demnächst mit der Gemeinde Kriens Kontakt aufnehmen. Er ist der Meinung, dass mit der neuen Unterführung «die Querungsmöglichkeit für den Langsamverkehr wesentlich verbessert» wird. Der Krienser Gemeinderat dagegen hat vom Einwohnerrat den Auftrag erhalten, sich für den Erhalt beider Übergänge einzusetzen.

Stellt sich Kriens quer?

Klar ist: Kriens hat beim Übergang Krienser-/Horwerstrasse, der sich auf der Gemeindegrenze befindet, ein Mitspracherecht. Auch beim Übergang Wegmatt­strasse könnte das der Fall sein. Dieser befindet sich zwar auf Horwer Boden. «Wir klären aber derzeit ab, ob ein Wegrecht besteht», sagt der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) auf Anfrage. Falls dem so ist: Wird Kriens die Schliessung verhindern? «Das ist noch nicht defi­nitiv», sagt Senn. «Wir wollen zuerst noch die Auswirkungen auf die Anwohner untersuchen – etwa, welche Umwege sie gehen müssten. Dabei berücksichtigen wir auch, dass bei der Wegmatt eine neue Unterführung ent­stehen soll.»

Falls beide Übergänge erhalten bleiben, würde wie erwähnt der Betrag der Zentralbahn von 500 000 Franken an den Bau der neuen Unterführung weg­fallen. Bestünde stattdessen die Möglichkeit, dass sich Kriens beteiligt? «Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Der Übergang befindet sich nicht auf Krienser Boden», sagt Senn. Schliesslich habe sich Horw auch nicht am Bau des Velo- und Fusswegs «Freigleis» beteiligt – mit dem Argument, dass sich dieser nicht auf Horwer Boden befindet.

«Die Querungs- möglichkeiten für den Langsamverkehr werden wesentlich verbessert.»

Thomas Zemp

Bauvorsteher Horw (CVP)


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