Ein Winterschlaf mit bunten Träumen

DIERIKON ⋅ Unter dem Motto «Zunft im Winterschlaf» fand gestern der Umzug der Dörfli-Zunft statt. Die Teilnehmer und knapp 3000 Zuschauer zeigten sich jedoch alles andere als verschlafen.
05. Februar 2018, 00:00

Spätestens um 13 Uhr wurde gestern auch der letzte Dieriker aus dem Schlaf gerissen: die Rontal Guugger eröffneten den Umzug der Dörflifasnacht, die dieses Jahr ganz im Zeichen des Winterschlafs stand. Die zahlreichen Sujet-Gruppen zeigten sich äusserst findig in der Umsetzung des Mottos. So zum Beispiel die Holdrios Dierike, die gleich im Pyjama erschienen. Zudem trugen sie überdimensionale Wecker auf dem Kopf, die allesamt fünf vor zwölf anzeigten: «De Wecker zeigt 12i ez de glii, i paar Minute müemer am Schlofe sii.» Ob sie dann tatsächlich ins Bett gingen, kann nicht bestätigt werden. Auf jeden Fall steuerte die Gruppe nach dem Umzug ziemlich direkt auf das Festzelt auf dem Schulhausplatz zu.

Kreativ war auch die Kinder-Bastelgruppe der Dörfli-Zunft: als Igeli, die aus dem Winterschlaf geweckt wurden, nahmen sie am Umzug teil. Gerade mal einen Tag hatten sie benötigt, um die Kostüme zu basteln, erklärten die siebenjährigen Melanie und Angela. Und Marc (10) fügte hinzu: «Wir sind eben fleissige Bastler!» Unterwegs waren aber auch Sujets, die nicht dem Motto gewidmet waren. So wie die Wageschlepper, die mit der Organspende ein aktuelles Thema aufgriffen. Schliesslich sei es viel zu «mager, s Schwiizer Ersatzteillager». Die Gruppe legte deshalb gleich selbst Hand an: Auf ihrem aufwendig gestalteten und fahrbaren Operationssaal lag bereits ein Patient auf dem Seziertisch bereit, während die Fasnächtler diesem als Chirurgen verkleidet zu Leibe rückten. Passend dazu lief ein Song mit der Textzeile «von Mensch zu Mensch».

Pyjama-Sujet ausgezeichnet

Die Wageschlepper wurden für ihren Aufwand mit dem ersten Rang in der Kategorie freie Sujets ausgezeichnet. In der Kategorie mottogerechte Sujets siegten die Holdrios Dierike mit ihrer Pyjamaparty. Die Gewinner erhalten 150 beziehungsweise 250 Franken Siegergeld. Ein schöner Zustupf für das nächstjährige Sujet. Insgesamt nahmen 17 Nummern und 7 Guuggenmusigen teil.

Die Dörfli-Zunft, die den Umzug dieses Jahr zum zweiten Mal organisiert hat, gibt es seit 2005. «Wir sind also voll am Pubertieren», meinte deren Präsident Guido Riedweg. Das Motto Winterschlaf beziehe sich auf den momentan unbesetzten Posten des Zunftmeisters. Da dessen Aufgaben – wie der vorfasnächtliche Besuch bei den Fasnachtsgruppen oder die Sujet-Prämierung – dieses Jahr deshalb auf die Zünftler verteilt wurden, «bedeutete das für uns eigentlich eher doppelte Arbeit als Ruhezeit», so Riedweg. Trotz Winterschlaf und fehlendem Zunftmeister war der grösste Anlass Dierikons auf jeden Fall ein voller Erfolg: Knapp 3000 Zuschauer verfolgten gestern das bunte Treiben im Dorf.

Luca Merlo

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