Es brodelt in den Kochtöpfen aus aller Welt

GENUSS ⋅ Am Streetfood-Festival im Eiszentrum kann man bis morgen Sonntag eine kulinarische Reise rund um den Globus unternehmen. Für die 50 Stände gingen über 300 Bewerbungen ein. Mitveranstalter Rolf Arnet verrät das Erfolgsrezept.
14. April 2018, 00:00

Interview: Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Den Grill im Garten muss man an diesem Wochenende nicht einheizen. In Luzern lauern noch bis morgen Sonntag am Streetfood-Festival zahlreiche kulinarische Versuchungen. Auf dem gedeckten Aussenfeld des Eiszentrums im Tribschenquartier kochen Anbieter aus aller Welt Spezialitäten. Das Festival wird zum vierten Mal in Luzern durchgeführt. Die Stände sind begehrt. Laut Mitveranstalter Rolf Arnet haben sich für die 50 Plätze über 300 Bewerber interessiert. An sämtlichen 14 Festivals, die in der Schweiz stattfinden, sind die Stände bereits ausgebucht. Gross ist auch das Interesse der Besucher. Im letzten Jahr verzeichneten die Streetfood-Festivals total 350000.

Rolf Arnet, die Organisatoren betonen, Imbiss sei kein Streetfood. Was denn sonst?

Streetfood muss für unsere Ansprüche frisch zubereitet werden und aus nachhaltiger Produktion stammen. Wer billigen Fast Food sucht, wird bei uns nicht fündig.

Hamburger gibt es am Streetfood-Festival aber schon?

Ja sicher. Man wird als Gast dabei vielleicht erleben, dass der Burger frisch gewürzt und geklopft wird. Was bedeutet, dass man sich Zeit nehmen muss, dafür aber Qualität bekommt, die es im Fast-Food-Bereich so nicht gibt.

Muss man dafür auch mehr bezahlen?

Jeder Stand muss von seinen Hauptmenüs eine Probierportion für 5 bis 7 Franken anbieten. Ziel ist, dass die Menüs nicht allzu üppig ausfallen, damit die Besucher mehrere Mahlzeiten essen können. Die Essen sollten maximal 13 Franken kosten. Lebensmittel, die übrig bleiben, spenden wir übrigens der Organisation «Tischlein deck dich». Das Essen wird an Bedürftige verteilt, nichts wird verschwendet.

Die 50 Stände sind begehrt, über 300 Bewerbungen gingen dafür ein. Nach welchen Kriterien wird ausgewählt?

In erste Linie werden nur natürliche Lebensmittel eingesetzt. So kann man überspitzt sagen, dass der Hamburger-Anbieter weiss, was das Rind gegessen hat. Dann wollen wir keine Imbissstände, wie man sie fast an jeder Ecke antrifft, sondern solche, die Vielfältigkeit anbieten. Also möglichst ausgewogene Kost aus verschiedenen Ländern mit entsprechenden Auftritten. So sollen neben Zelten auch Food-Trucks, Anhänger und immer wieder neue Entdeckungen vorzufinden sein.

In Luzern hat man beim Thema Essstände zuweilen innovative Ideen. So war vor einigen Jahren angedacht, die begrenzten Marronistände im Losverfahren zu vergeben. Wäre das auch ein Ansatz?

Eher nicht. Es gibt viele Bewerber, die unsere Anforderungen nicht erfüllen. Zu Beginn hat sich wirklich beinahe jeder, der einen Imbissstand betreibt, beworben.

Hat man einen Stand im kommenden Jahr auf sicher, wenn man sich als Standbetreiber dieses Jahr bewährt?

Nein. Es wird jedes Jahr ein neues Auswahlverfahren vollzogen. Die Entwicklung im Food-Bereich geht rasend schnell voran.

Wenn das Interesse derart gross ist – wäre es denkbar, den Anlass in Luzern auf einer grösseren Fläche durchzuführen, etwa auf der Allmend?

Die Festivals sind von der Grösse her jedes Jahr gleich. Zudem ist es nicht unser Ziel, in noch mehr Städten ein Festival anzubieten. Die Qualität ist uns wichtiger.

Sie sind gut gestartet und erleben einen grossen Publikumsaufmarsch. Rechnete sich die Sache von Anfang an?

Die Festivals sind über alles betrachtet rentabel. Man muss aber genau kalkulieren, da vor allem das Wetter einen grossen Einfluss hat. Ohne die Unterstützung unserer ausgewählten Sponsoren wäre es nicht möglich.

Wie sehr unterscheiden sich die Besucher und das Angebot in den Regionen?

Interessant ist, dass es nicht viele Abweichungen gibt. Man spürt aber, dass Luzern eine Gastrostadt ist, mit interessierten Leuten, die bei der ersten Austragung sofort offen für das Festival waren und sich gerne mit Neuem auseinandersetzen.

Hinweis

Öffnungszeiten des Streetfood-Festivals von 11.30 Uhr bis 24 Uhr (Samstag) respektive 20 Uhr (Sonntag). Mehr Informationen finden Sie unter www.streetfood-festivals.ch.


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