Fertig mit Gratis-Parkieren

EIGENTHAL ⋅ Das Wildparkieren entlang der Strasse ins Eigenthal wird künftig gebüsst. Zusätzlich sollen für die Parkplätze beim Holderchäppeli bald Gebühren erhoben werden.
12. Mai 2017, 00:00

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Bei schönem Bergwetter herrscht jeweils viel Verkehr von Kriens Richtung Eigenthal. Sonne und eine schöne Aussicht locken unzählige Ausflügler in die Höhe. Das hat allerdings auch seine Schattenseiten. Wild parkierte Autos entlang der Strasse auf halbem Weg zum Eigenthal, vor allem im Bereich Holderchäppeli, verursachen oft prekäre Verkehrssituationen und Staus.

Das soll künftig verhindert werden. Die Gemeinden Kriens und Schwarzenberg planen nämlich, im Gebiet Holderchäppeli Parkverbote zu signalisieren. Das schreibt der Gemeinderat Kriens in seiner Antwort auf eine Interpellation der CVP-Einwohnerrätin Kathrin Graber. «Mit dem Aufstellen der Signale können fehlbare Lenker künftig gebüsst werden», sagt der Krienser Gemeinderat Matthias Senn. Für die vor Ort anwesende Polizei sei dies bisher nicht möglich gewesen. Wenn auf Nebenstrassen keine Parkverbotstafeln vorhanden sind, können auch keine Ord­nungsbussen ausgestellt werden. Aufgestellt werden sollen die Parkverbotstafeln demnächst, «sicher vor den Sommerferien», sagt Senn.

50 Gratisparkplätze beim Holderchäppeli

Beim Holderchäppeli, an der Gemeindegrenze zwischen Kriens und Schwarzenberg, bei der dortigen Postauto-Haltestelle, gibt es einen offiziellen Parkplatz. Gut 50 Autos können dort parkiert werden – bisher gratis. Gemäss Matthias Senn prüft die Gemeinde Schwarzenberg nun aber, diesen Parkplatz künftig zu bewirtschaften. Das bedeutet, dass Automobilisten, die dort ihr Fahrzeug abstellen, demnächst eine Parkgebühr zahlen müssen. Ab wann dies der Fall sein wird, ist noch offen. Der Parkplatz ist nicht im Eigentum der beiden Gemeinden, sondern gehört zu einem grossen Teil der Korporation Luzern. Die Verhandlungen mit dieser betreffend Bewirtschaftung der Parkplätze sind im Gang. Die Parkplätze weiter oben im Eigenthal werden bereits seit einiger Zeit bewirtschaftet.

Zu Stauproblemen kommt es oft schon weiter unten auf der Hergiswaldstrasse. Deshalb setzten Kriens und Schwarzenberg Ende 2015 das Drei-Phasen-Verkehrskonzept in Kraft – mit der Polizei, der Bucheli Postbetriebe AG (Postauto Linie 71), der Vereinigung Pro Eigenthal Schwarzenberg und der Strassengenossenschaft Schürhof. Dieses sieht vor, dass in der ersten Phase die Vereinigung Pro Eigenthal der Polizei meldet, wenn die Parkplätze im Eigenthal besetzt sind; daraufhin informiert die Polizei die Ausflügler per Verkehrsmeldung, und an der Hergiswaldstrasse werden entsprechende Signale aufgestellt. In der zweiten Phase kann der Verkehr über Malters und Schwarzenberg umgeleitet werden. Die dritte Phase sieht vor, dass die Hergiswaldstrasse gesperrt und eine Umleitung signalisiert wird.

Gemäss Gemeinderat Senn ist das Konzept schon mehrmals umgesetzt worden. «Es hat grundsätzlich funktioniert.» Hauptproblem blieben die über eine sehr lange Strecke parkierten Fahrzeuge beim Holderchäppeli. Senn: «Ein Durchkommen für Personenwagen war dadurch nahezu verunmöglicht, geschweige denn, dass die Linienbusse kreuzen konnten.»

Totaler Verkehrskollaps an einem schönen Wintertag

Am Sonntag, 22. Januar 2017, einem Tag mit besonders schönem Winterwetter in der Höhe, kam es zum totalen Verkehrskollaps. «Nebst dem privaten Verkehr blieben auch einige Kurse des Postautobetriebs im Stau stecken, oder sie verzichteten sogar auf eine Fahrt Richtung Eigenthal», sagt Gemeinderat Senn. Ausgerechnet am besagten Wochenende standen übrigens im Eigenthal gemäss Senn «sehr wohl noch viele freie Parkplätze zur Verfügung».

«Ein Durchkommen für Personenwagen war fast unmöglich, geschweige denn, dass die Linienbusse kreuzen konnten.»

Matthias Senn

Bauvorsteher Kriens


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